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Der Transrapid: Zukunftsprojekt mit langer Geschichte

Der Transrapid : Zukunftsprojekt mit langer Geschichte

Hamburg (dpa). Der Transrapid soll Flugzeug, Bahn und Auto als umweltfreundliches Verkehrsmittel Konkurrenz machen. Das Grundprinzip hat sich seit 66 Jahren nicht geändert: 1934 meldete der Diplomingenieur Hermann Kemper für eine "Schwebebahn mit räderlosen Fahrzeugen, die mittels magnetischer Felder an eisernen Fahrschienen schwebend entlanggeführt werden", ein Reichspatent an.

Die Bahn des deutschen Konsortiums aus ThyssenKrupp, Siemens und ADtranz schwebt knapp über dem Boden, wobei sie von starken Magnetfeldern berührungsfrei in der Spur gehalten und angetrieben wird. Das zum Antrieb nötige wandernde Magnetfeld wird über Kabelwicklungen unter dem Fahrweg erzeugt. Magnete im Wagen sorgen dafür, dass der Transrapid vom Kraftfeld mitgezogen wird. Dabei kann die Bahn eine Geschwindigkeit von rund 500 Stundenkilometern erreichen.

1977 entschied sich das Bundesforschungsministerium für die Magnetbahn. 1984 wurde der erste Bauabschnitt einer 31,5 Kilometer langen Versuchsstrecke im Emsland in Betrieb genommen. 1992 nahm die Bundesregierung die Transrapidstrecke Hamburg-Berlin in ihren Verkehrswegeplan auf. Der Bau scheiterte aber nach jahrelanger Diskussion an den Kosten. In Deutschland sind derzeit zwei Kurzstrecken favorisiert: die Anbindungen des Münchner Flughafens Erding an die Stadt und der Metrorapid Dortmund-Köln. Bis zum 30. Juni 2002 soll eine Zusage für den Bau einer Transrapid-Strecke in Deutschland gemacht werden. Auch in den USA sind mehrere Strecken im Gespräch, darunter eine Verbindung Washington-Boston.

(RPO Archiv)