Kein Ende der Gewalt in Westafrika: Zivilisten auf der Flucht vor neuen Kämpfen in Sierra Leone

Kein Ende der Gewalt in Westafrika : Zivilisten auf der Flucht vor neuen Kämpfen in Sierra Leone

Nairobi/Freetown (rpo). Angesichts neuer und heftiger Kämpfe zwischen regierungstreuen Milizen und Rebellen der "Revolutionären Vereinigten Front" (RUF) in Sierra Leone befinden sich hunderte Zivilisten auf der Flucht.

Die Kämpfe zwischen RUF-Guerillas und den so genannten Kamajor-Milizen um die Diamantminen-Region Tongo sollen nach lokalen Rundfunkmeldungen vom Samstag die heftigsten seit Abschluss des Waffenstillstandsabkommens im vergangenen November sein.

Augenzeugenberichten zufolge sollen sich die Kämpfe an einem Diamantenfund entzündet haben. Der Machtkampf um die Edelsteinminen im Norden und Osten des Landes ist Kernpunkt des zehn Jahre währenden Bürgerkriegs zwischen Guerillas und der gewählten Regierung Präsident Ahmed Tejan Kabbahs.

Nach einer Reihe von brüchigen Friedensabkommen überwachen Blauhelmsoldaten im Rahmen der UN-Friedensmission für Sierra Leone (UNAMSIL) den jüngsten Waffenstillstandsvertrag der Konfliktparteien des westafrikanischen Landes. Am vergangenen Mittwoch hatten die Vereinten Nationen der Stationierung von 5000 weiteren Blauhelmsoldaten zugestimmt. Mit 15 000 Soldaten ist UNAMSIL dann die weltweit größte UN-Friedensmission.

In der vergangenen Woche hatten die UN-Soldaten erstmals Zugang in die von Rebellen kontrollierten Diamant-Regionen im Norden des Landes. Die Guerillas beherrschen nach wie vor die Hälfte Sierra Leones.

(RPO Archiv)