Wünsch dir was

Wünsch dir was

Die Pläne von Familienministerin Kristina Schröder gehören in die Abteilung Wünsch-dir-was-Politik. Selbstverständlich wäre es schön, wenn möglichst viele Menschen ihre Erwerbsarbeit für ein paar Jahre unterbrechen könnten, um Enkelkinder zu betreuen oder andere Dinge zu tun, die ihnen sinnvoll erscheinen. Die Pläne gehen an der Realität des Arbeitslebens allerdings vorbei.

In einem Land mit einem sehr gutem Kündigungsschutz dürfen auch die Arbeitgeber ein Mindestmaß an Planbarkeit und Verlässlichkeit für ihre Personalpolitik erwarten. Wenn künftig tatsächlich alle Eltern und Großeltern bis zum 14. Geburtstag der Kinder zwei bis drei Jahre Elternzeit einreichen können, dann dürften viele Arbeitgeber in organisatorische Schwierigkeiten geraten. Zumal zur Elternzeit ein besonderer Kündigungsschutz und ein Recht auf Teilzeit gehören sowie die Option für die Arbeitnehmer, an ihren alten Arbeitsplatz zurückzukehren.

Insbesondere das Vorhaben, Eltern und Großeltern gleichzeitig eine berufliche Auszeit fürs Kind zu gewähren, schießt übers Ziel hinaus. Dies öffnet der Zweckentfremdung der Elternzeit Tür und Tor. Berufliche Sabbatjahre sollten weiterhin individuell mit dem Arbeitgeber verhandelt werden.

(qua)
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