Jahresbericht der Wehrbeauftragten Viel Geld, aber kein Tempo

Meinung · Die Bundeswehr geht durch besondere Zeiten. Krieg in Europa fordert auch die deutschen Streitkräfte. Doch diese kämpfen noch an anderer Front: an der Langsamkeit von Bürokratie und eigener Prozesse.

Die Wehrbeauftragte Eva Högl (rechts) mit der Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die den Jahresbericht in Händen hält.

Die Wehrbeauftragte Eva Högl (rechts) mit der Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die den Jahresbericht in Händen hält.

Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Die Truppe hat Geld. Doch es fehlt Gerät. Mehr Geld oben drauf als sie sich in vielen Jahren je hätte erträumen lassen. Sie hat aber auch ein Problem: Die Bundeswehr wird weiter von Langsamkeit und von bürokratischen Abläufen beherrscht und gehemmt. Wenn Deutschland Tempo kann, das Bundeskanzler Olaf Scholz in schönster Selbst-Propaganda „Deutschland-Tempo“ nennt, dann marschiert die Bundeswehr im Schritt der Behäbigkeit, teilweise fremdbestimmt. Die Wehrbeauftragte Eva Högl hat jetzt in ihrem Jahresbericht just darauf hingewiesen, dass trotz einiger positiver Ansätze bei der Truppe sehr vieles viel zu lange dauere. Ein Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro will auch schnell und richtig ausgegeben sein. Aber vorerst dominiert weiter der Mangel die Bundeswehr, obwohl gerade jetzt, da sich die Zeiten in Europa grundlegend geändert haben, Tempo gefragt wäre. Es fehlt an Kampfpanzern und Kampfjets (vor allem an funktionierenden), an Munition, an Ersatzteilen, an Nachschub, auch an Personal.