Weckruf für USA

Weckruf für USA

Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat der Internationale Währungsfonds (IWF) gestern die USA ermahnt, sich im Schuldenstreit zu einigen: Sonst drohe der Weltwirtschaft ein neuer, schwerer Schock. Dass der Währungsfonds ausgerechnet seinen wichtigsten Beitragszahler so ins Gebet nimmt, zeigt, wie ernst die Lage ist. Der IWF macht auch klar, wer schuld an der Zuspitzung ist: die Republikaner. Sie lehnen Steuererhöhungen ab, obwohl diese in einem derart überschuldeten Land zwingend sind, wie auch der Währungsfonds betont. Blindwütig halten die Republikaner an ihrem Steuersenkungs-Mantra aus Zeiten von Ronald Reagan fest, obwohl Erfahrung und Theorie längst gezeigt haben, dass diese sich nicht selbst finanzieren. Kaltblütig wollen die Republikaner offenbar eine neue Weltwirtschaftskrise in Kauf nehmen, bloß um eine zweite Amtszeit des demokratischen Präsidenten Obama zu verhindern. Das ist verantwortungslos.

Inzwischen sehen die Börsen den Dollar als gefährdeter an als den Euro. Das erklärt, warum sich der Euro sogar an einem Tag wie gestern bei stolzen 1,43 Dollar halten konnte, obwohl die Rating-Agentur Moody's Griechenland auf die zweitschlechteste Note herabstufte. Auch die Euro-Krise ist relativ.

Bericht: Währungsfonds . . ., Titelseite

(RP)