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Wolfsburg/Washington: VW gibt weitere Manipulationen zu

Wolfsburg/Washington : VW gibt weitere Manipulationen zu

800.000 Autos haben zu hohe Kohlendioxidwerte, darunter auch Benziner.

Der VW- Konzern hat eingeräumt, neben der Manipulation mit giftigen Stickoxidwerten bei Motoren auch bei den für die Umwelt so wichtigen Kohlendioxidwerten getäuscht zu haben. Dies gab das Unternehmen gestern Abend nach Börsenschluss bekannt. Zuvor war die Aktie bereits abgerutscht, weil die US-Umweltschutzbehörde EPA weitere Manipulationen bei Dieselmotoren aufgedeckt hatte.

800.000 Autos, darunter einzelne Benziner, seien mit falschen Kohlendioxidwerten zugelassen worden, erklärte das Wolfsburger Unternehmen. Bei einem Schadenausgleich muss der Konzern mit Kosten von zwei Milliarden Euro rechnen. Die betroffenen Autos seien in ihrer Verkehrssicherheit aber nicht beeinträchtigt. Man wolle jetzt mit den Behörden beraten, was zu tun sei. Ein weiterer Rückruf ist möglich.

Derweil dementierte VW aber die Vorwürfe der US-Umweltschutzbehörde EPA, bestimmte Drei-Liter-Diesel-Motoren seien mit manipulierter Software ausgestattet gewesen. Die habe, so die Anschuldigung, bei Behördentests dafür gesorgt, dass die Autos gezielt wenig Stickstoffoxide ausstoßen. Der Konzern hat aber offenbar versäumt, ausreichend externe Gutachter einzuschalten, um alle Motoren nach den ersten negativen EPA-Ergebnissen zu prüfen. "Da ist man nur noch sprachlos und ratlos", sagte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen. "Jetzt platzt die nächste Bombe. In einer solchen Krise muss der Konzern doch jede mögliche Schwachstelle radikal untersuchen lassen, bevor ihm eine weitere Enthüllung um die Ohren fliegt." Industrie-Präsident Ulrich Grillo distanzierte sich von VW: "Wir kritisieren jede Manipulation scharf."

(RP)