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Zeitung: Schülerinnen mussten sich ausziehen: Vorwürfe gegen Hamburger Polizei nach Schülerdemo

Zeitung: Schülerinnen mussten sich ausziehen : Vorwürfe gegen Hamburger Polizei nach Schülerdemo

Hamburg (rpo). Nach der Hamburger Schülerdemo gegen den Irak-Krieg häufen sich die Vorwürfe gegen die Polizei. Teilnehmerinnen hätten sich auf der Polizeiwache ausziehen müssen, berichtet die "Hamburger Morgenpost".

Während der Einkesselung sollen sie daran gehindert worden sein, ihre Eltenr anzurufen, heißt es weiter. Bei der Polizei wollte man zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen. "Wir wissen nichts von solchen Vorfällen", sagte eine Sprecherin.

Nach dem Bericht musste sich zwei Schülerinnen auf der Wache ausziehen. Einer von ihnen habe man in die Unterwäsche gesehen. Einer 16-Jährigen, die vier Stunden lang fest gehalten wurde, sei zudem verweigert worden, auf die Toilette zu gehen. Die Eltern mehrerer Schüler wollten jetzt Anzeige erstatten, hieß es. Polizeisprecher Reinhard Fallak erklärte, die Vorwürfe gingen am Thema vorbei. "Die Demonstration ist der Schülerkammer aus dem Ruder gelaufen, und jetzt soll die Polizei als Sündenbock herhalten".

Bei der Friedensdemonstration von über 20.000 Schülern war es am Montag zu schweren Krawallen gekommen. Dabei setzte die Polizei auch Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Kriegsgegner ein. 21 Personen waren vorläufig festgenommen worden. Teilnehmer hatten berichtet, dass einige Schüler mit Schlagstöcken verprügelt worden seien.

Unterdessen hat die Hamburger Schulbehörde mit rechtlichen und pädagogischen Maßnahmen auf die Ausschreitungen reagiert. Im Rahmen einer Aufklärungsoffensive sollen Lehrer und Schüler über die Rechtslage bei Demonstrationen aufgeklärt werden. "Viele wissen möglicherweise nicht, was erlaubt ist und was nicht", sagte Behördensprecher Hendrik Lange. Zugleich sollten die Lehrer mit den Schülern über die Hintergründe des Irak-Krieges sprechen. Die Senatsbehörde hat von den Schulleitern einen Bericht angefordert. Darin sollen sie auch angeben, ob Lehrer an der Demonstration teilgenommen oder dazu aufgerufen haben.