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Politisch Inkorrekt: Von der Klimaerwärmung im Schnee

Politisch Inkorrekt : Von der Klimaerwärmung im Schnee

Wenn es draußen kalt ist, wachsen die Zweifel an der Klimakatastrophe. Aber wer berechtigte Kritik öffentlich formuliert, hat einen schweren Stand.

Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor 20 Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben." Das sagte der Wissenschaftler Mojib Latif, damals noch beim Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie, 2000 dem "Spiegel". Ich frage mich, was wohl die Leute auf den Räumfahrzeugen dazu sagen, die vergangene Woche mit Mühe versucht haben, die Fahrbahnen in Deutschland halbwegs freizuhalten. Die Klimakatastrophe, so scheint es, kommt nicht so richtig in Schwung. Einen Hinweis darauf lieferte im November der britische Wetterdienst. Dessen Forscher veröffentlichten ihre jährlichen Ergebnisse und stellten fest, dass von 1997 bis 2012 kein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur feststellbar war. Eine "unbequeme Wahrheit" nannte das ein Kommentator in der "Mail on Sunday".

Unbequem? Für wen? Etwa für die Tausenden Teilnehmer der Weltklimakonferenz Anfang Dezember im wohlig warmen Katar? Ich bin sicher, dass die meisten Delegationen aus 194 Ländern bei der Anreise mit dem Flugzeug ordentlich Dreck in die Atmosphäre geblasen haben. Setzt man die von den Briten gemessenen Werte in Beziehung dazu, dass es 2011 weltweit die höchsten jemals gemessenen CO2-Emissionen gab, stellt sich die Frage, ob die wachsende Öko-Industrie mit ihrer Behauptung richtig liegt, dass man den globalen Ausstoß von CO2 nur kräftig senken muss, um eine schädliche Erderwärmung zu verhindern. Immerhin ist diese Überzeugung derzeit Grundlage der Regierungspolitik in Bund und Ländern. Wird es wärmer auf der Erde? Offenbar ja, wenn auch langsam. Schmelzen die Eisberge? Offenbar ja, so wie in früheren Zeiten auch, als es noch keine Autos, Flugzeuge und Schwerindustrie gab. Ist der Mensch schuld, wenn es wärmer wird? Tja... ich weiß es nicht, aber mein Eindruck ist, dass es begründete Zweifel daran gibt.

Einer, der diese Zweifel formuliert, ist Fritz Vahrenholt, Sozialdemokrat, früherer Umweltsenator (1991–1997) in Hamburg und heute Aufsichtsrat einer Tochterfirma des Energiekonzerns RWE. Seine These: Die Wirkung der Sonne auf unser Klima ist wesentlich bedeutsamer als der menschengemachte CO2-Ausstoß. Der Mann traut sich was. Vahrenholt wird als "Nestbeschmutzer", "Verschwörungstheoretiker" und – das Schlimmste – "Klimaleugner" geächtet. Politiker weigern sich mit ihm zu diskutieren, Kritiker monieren seine Tätigkeit für RWE, Diskussionsveranstaltungen müssen abgesagt werden. Wer nicht dem Mainstream folgt, darf nicht mitspielen. Nicht mal, wenn es im Winter bei uns immer noch schneit.

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(RP)