Moskau: Verdacht fällt auf den "Emir des Kaukasus"

Moskau : Verdacht fällt auf den "Emir des Kaukasus"

Im Zusammenhang mit den verheerenden Anschlägen auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo fällt immer wieder ein Name: Doku Umarow. Er gilt als tschetschenisches Pendant zu Osama bin Laden. Der selbst ernannte "Emir des Kaukasus" ist einer der meistgesuchten Männer Russlands. Auch die USA haben ihn auf die Fahndungsliste gesetzt. Die Moskauer Führung erklärte ihn bereits mehrfach fälschlicherweise für tot.

Seit Jahren kämpft der Rebellenchef, der sich in den bewaldeten Bergen des Kaukasus versteckt halten soll, seinen "Heiligen Krieg" für einen unabhängigen Gottesstaat. Er gehört seit dem ersten Tschetschenien-Krieg 1994 zu den Vordenkern der islamischen Radikalisierung im Kaukasus. Ihm werden Kontakte zu al Qaida nachgesagt.

Im August vergangenen Jahres überraschte der Terrorpate Anhänger und Gegner mit seinem Rückzug: Auf islamistischen Internetseiten tauchte ein Video auf, das Umarow beim Verlesen einer Erklärung zeigt. Er habe einmütig mit seinen Brüdern entschieden, dass er seinen Posten als Führer der Rebellenorganisation an seinen Stellvertreter Aslambek Wadalow übergebe. Er sei müde, sagte Umarow damals. Erst wenige Wochen zuvor hatte er die Verantwortung für die Anschläge auf die Moskauer U-Bahn im März 2010 übernommen.

Seitdem ist es still geworden um den bärtigen Extremisten. Terror-Experten rätseln, ob Umarow tatsächlich die Macht an der Spitze der Separatisten abgegeben hat oder schlicht seine Häscher täuschen wollte. In dem Video kündigte der am 13. April 1964 im Dorf Charsenoj geborene Umarow an, er werde seine Brüder auch weiterhin "mit Worten und Taten" unterstützen.

(RP)
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