Persönlich: Uwe Knüpfer ... verlässt den SPD-"Vorwärts"

Persönlich: Uwe Knüpfer ... verlässt den SPD-"Vorwärts"

Die SPD-Bundespartei löst den Chefredakteur ihrer Monatszeitung "Vorwärts", Uwe Knüpfer, ab. Der 57-Jährige aus dem Ruhrpott (geboren in Herne) wechselt in wenigen Wochen in die Parteizentrale, wo er sich um den Online-Auftritt und das Magazin zum 150-jährigen SPD-Bestehen im nächsten Jahr kümmern soll. Der frühere Chefredakteur der WAZ stand seit Oktober 2010 an der Spitze der "Vorwärts"-Redaktion. Ein Nachfolger steht offenbar noch nicht fest.

Über die Hintergründe des Wechsels kann einstweilen nur spekuliert werden. Knüpfer hatte im Sommer bei der Kandidatenaufstellung zur Bundestagswahl 2013 überraschend seinen Hut in den Ring geworfen. Im Wahlkreis 142 Herne/Bochum warben nicht nur die Kommunalpolitikerin Anke Hildebrand und Michelle Müntefering, die Frau des früheren SPD-Bundesvorsitzenden Franz, um die Gunst der Delegierten, sondern — als dritter Kandidat — auch "Vorwärts"-Chefredakteur Knüpfer. Das löste in der SPD heftige Irritationen aus. Es sei etwas anderes vereinbart worden, hieß es damals, und es wurde gemutmaßt, dass Franz Müntefering Knüpfer ins Rennen geschickt haben könnte, um der Mitbewerberin zugunsten seiner Frau das Wasser abzugraben. Knüpfer hat diese Verschwörungstheorie als absurd zurückgewiesen: "Niemand hat mich geschickt." Seit Jahrzehnten begleite und analysiere er die Politik der SPD von der Außenlinie. Jetzt wolle er auf den Platz, um die Politik der SPD selbst zu gestalten, so der Journalist damals. Wie auch immer: Im September zog er seine Kandidatur zurück, und bald darauf wurde Michelle Müntefering nominiert.

Die wahren Beweggründe für den Wechsel beim Parteiblatt nach nur zwei Jahren kennen außer SPD-Chef Sigmar Gabriel derzeit vermutlich nur zwei Menschen: Knüpfer und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, die als Herausgeberin des "Vorwärts" die Personalentscheidung zu verantworten hat.

(RP)
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