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Ursula von der Leyen: Auch Militärbischöfe begrüßen Kita-Pläne

Berlin : Auch Militärbischöfe begrüßen von der Leyens Kita-Pläne

Die Ministerin erntet viel Zustimmung für ihr Ziel einer familienfreundlichen Bundeswehr. Die Opposition bezweifelt die Finanzierbarkeit.

Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat sich "sehr froh" über die Pläne von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen für mehr Familienfreundlichkeit in der Bundeswehr geäußert. "Wir beobachten schon lange, dass es unbedingt notwendig ist, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern", sagte der Bischof. Allerdings sei die Mobilität von Arbeitnehmern eine zunehmende gesamtgesellschaftliche Herausforderung für viele Ehepaare und Familien.

Der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann begrüßte ebenfalls die Pläne der CDU-Politikerin. Die Bundeswehr brauche hoch qualifizierte Mitarbeiter. "An der Grenze zwischen Leben und Tod sind immer auch verantwortliches Handeln und ethische Reflexion erforderlich", betonte Dutzmann. Für diese Mitarbeiter müsse die Bundeswehr attraktive Arbeitsbedingungen schaffen.

Von der Leyen plant unter anderem, die Kinderbetreuung zu verbessern, bessere Möglichkeiten für Teilzeitarbeit zu schaffen und Lebensarbeitszeitkonten einzuführen, auf die Überstunden eingezahlt werden und von denen Freizeiten abgehoben werden können. Als erstes will von der Leyen die Kinderbetreuung bei der Bundeswehr ausbauen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte sich ebenso hinter das Vorhaben wie der Deutsche Bundeswehrband und der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP). Der designierte Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Hans-Peter Bartels (SPD), nannte von der Leyens Pläne "richtig und überfällig". Der Leidensdruck bei vielen Soldaten sei sehr hoch, weshalb die Ministerin mit dem Vorstoß offene Türen einrenne.

Von der Leyen reagierte auf die Kritik aus der Opposition, die Umsetzung der Pläne werde den Steuerzahler zusätzlich belasten. "Wir müssen das innerhalb des bestehenden Etatansatzes schaffen", sagte ihr Sprecher Jens Flosdorff. Der Grünen-Politiker Tobias Lindner schätzt, dass allein die flächendeckende Kinderbetreuung einen zweistelligen Millionenbetrag koste; für flexiblere Arbeitszeiten müsse zudem zusätzliches Personal eingestellt werden.

"Wir haben keine Wehrpflicht mehr. Niemand muss zur Bundeswehr, sondern alle kommen freiwillig. Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein, wie bei allen anderen Berufen auch", sagte die Ministerin gestern im ARD-Morgenmagazin. Bei Kampfeinsätzen wie in Afghanistan gebe es keine Teilzeit. "Aber im Grundbetrieb, da müssen die Rahmenbedingungen optimal sein."

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In dem Interview nannte von der Leyen den Kampfeinsatz in Afghanistan "Krieg", was bis heute rechtlich umstritten ist. "Wir sind die Leitnation im Norden Afghanistans gewesen über viele Jahre und haben dort eben auch gekämpft. Das ist zu Recht als Krieg bezeichnet worden."

(mic)