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Unisex-Tarife schaden

Unisex-Tarife schaden

Vor einem Jahr wurden viele Privatpatienten von drastischen Beitragserhöhungen überrascht. Das soll sich 2013 nicht wiederholen, verspricht die private Krankenversicherung. In den Fokus gerät die Branche dennoch: Nun wird es deutlich teurer, Privatpatient zu werden. Daran ist vor allem der Europäische Gerichtshof (EuGH) schuld. Er verlangt, dass Männer und Frauen gleich viel zahlen und der Versicherer keine Unterschiede macht, obwohl es große ökonomische Unterschiede gibt.

Da Frauen im Schnitt fünf Jahre länger leben, nehmen sie auch fünf Jahre länger Leistungen in Anspruch. Dies muss eine Versicherung, die nach dem Äquivalenzprinzip kalkuliert, eigentlich berücksichtigen. Wie umgekehrt bisher auch Frauen in der Kfz-Versicherung besser dastanden, weil sie im Schnitt weniger Schäden verursachen. Doch in einem Akt blinder Gleichmacherei hat der EuGH Einheitstarife verfügt. Entsprechend müssen nun Männer für ihre Krankenpolice mehr zahlen. Dass viele Versicherer im Gegenzug die Tarife für Frauen nicht senken, obwohl sie es könnten, ist allerdings ebenso ärgerlich.

(RP)