Unbeliebter Biosprit

Unbeliebter Biosprit

Der angebliche Öko-Kraftstoff E10 ist zu recht unbeliebt. Er ist technisch ineffizient, sozial ungerecht und ökologisch umstritten. Ineffizient, weil Bio-Kraftstoff weniger Energie enthält. Das kompensieren die E10-Fahrer mit dem Gaspedal, so dass unter dem Strich kaum Rohöl gespart wird. Ungerecht ist er, weil E10-Nutzer die Lebensmittelknappheit in den ärmsten Regionen der Welt verschärfen. In Deutschland verhungert zwar niemand, wenn die Preise für Brot etwas steigen, weil inzwischen 150 Millionen Tonnen Getreide pro Jahr zu Biosprit verarbeitet werden. Aber in Mali und Burkina Faso eben doch. Ökologisch umstritten ist das E10, weil die Ethanol-Produktion selbst schon viel Energie verbraucht. Außerdem werden dafür Wälder in Ackerflächen gewandelt, was genau die Klimagase freisetzt, die das Ethanol einsparen soll.

E10 ist also ein weiteres Beispiel für gut gemeinte, aber schlecht gemachte Klimaschutz-Politik. Die Förderung von Techniken wie E10 oder Photovoltaik lässt sich politisch zwar besser verkaufen als Gesetze, die den Energieverbrauch eindämmen. Aber Letzteres hilft dem Klima am meisten. Pflanzen gehören jedenfalls nicht in den Tank. Autos sind keine Vegetarier.

(RP)
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