1. Politik

Annan zufrieden mit Auftakt der Mission: UN-Inspekteure suchen im Irak nach Nuklearwaffen

Annan zufrieden mit Auftakt der Mission : UN-Inspekteure suchen im Irak nach Nuklearwaffen

Bagdad/Kairo (rpo). Die UN-Waffeninspektoren haben heute ihre Suche nach biologischen, chemischen oder nuklearen Kampfstoffen im Irak begonnen. Wo genau die Arbeit beginnen soll, wird noch streng geheim gehalten. Chef der Kommission ist Hans Blix.

Mit der Inspektion von zwei irakischen Fabrikanlagen haben die Rüstungskontrolleure der Vereinten Nationen nach vierjähriger Unterbrechung ihre Untersuchungsmission wieder aufgenommen. Sechs UN-Fahrzeuge trafen am Mittwoch auf dem Militärgelände El Rafah 40 Kilometer südwestlich von Bagdad ein, drei weitere an der staatlichen Fabrik El Tahadi zehn Kilometer östlich der Hauptstadt. Zuvor war in Bagdad Luftalarm gegeben worden, den die Regierung mit einem feindlichen Überflug erklärte.

In El Rafah sollen bis vor kurzem noch Langstreckenraketen getestet worden sein. Nach den einschlägigen UN-Resolutionen darf Irak aber keine Flugkörper mit einer Reichweite von mehr als 150 Kilometern herstellen. Auf dem Militärgelände befinden sich nach offizieller irakischer Darstellung Fabriken für die Produktion von Motoren mit flüssigem Gasantrieb. Für diese Betriebe schienen sich die Inspektoren allerdings weniger zu interessieren. Der Direktor der Anlage, Dschassam Hussein erklärte anschließend, die Kontrolleure hätten nichts Verdächtiges finden können, weil in El Rafah ganz legal gearbeitet werde.

Weitere Experten der Abrüstungskommission UNMOVIC besuchten das Industriegelände von El Tahadi. Dort werden nach irakischen Angaben Maschinen für Zementfabriken, Raffinerien und Pumpanlagen hergestellt. Etwa zehn Inspektoren verbrachten rund drei Stunden vor Ort, bevor sie zu ihrem Hauptquartier zurückkehrten. Eine Stellungnahme gaben sie nicht ab. Journalisten wurden bei den Kontrollen nicht zugelassen.

UN-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich zufrieden über den Start der neuen Inspektionsrunde. Die Kontrollen hätten "ziemlich gut begonnen", sagte er dem französischen Rundfunksender Europe-1. Er hoffe, dass der irakische Staatschef Saddam Hussein die Arbeit der Inspektoren nicht behindern werde. Dann müsse die internationale Gemeinschaft die Ergebnisse der Untersuchungen akzeptieren, und es gäbe dann keinen Grund für einen Krieg, sagte Annan.

Widersprüchliches über Beschuss von alliierten Jets

Das Verteidigungsministerium in Bagdad erklärte nach dem Luftalarm: "Es gab einen feindlichen Flug über der Hauptstadt." Einzelheiten wurden nicht genannt. Das Heulen von Luftsirenen bedeutet üblicherweise einen alliierten Luftangriff in der Nähe. Die US-Streitkräfte in Saudi-Arabien lehnten jegliche Stellungnahme ab. Angriffe auf Ziele in der Umgebung von Bagdad sind seit Ende des Golfkriegs von 1991 selten. Die irakische Hauptstadt liegt außerhalb der Flugverbotszonen, die zum Schutz der kurdischen und der schiitischen Bevölkerungsgruppen eingerichtet wurden.

  • Ehemaliger UN-Generalsekretär : Kofi Annan ist tot
  • Ex-Umweltminister Jürgen Trittin
    Grünen-Urgestein Jürgen Trittin : „Wir haben uns nicht verführen lassen“
  • Naftali Bennett in der Knessett.
    Vereidigung in Jerusalem : Naftali Bennett ist Israels neuer Regierungschef

Am Dienstag wurden amerikanische und britische Kampfjets nach irakischen Angaben auf Patrouillenflügen über den Flugverbotszonen von der irakischen Luftabwehr beschossen. Laut der amtlichen irakischen Nachrichtenagentur INA flogen die Alliierten 16 Einsätze über der nördlichen und 29 über der südlichen Sperrzone. Das US-Verteidigungsministerium wies den Bericht als falsch zurück.

Die USA hatten in der vergangenen Woche erklärt, sie seien nicht bereit, den Beschuss ihrer Kampfjets weiter hinzunehmen. Es handele sich dabei um einen Verstoß gegen die jüngste Resolution des UN-Sicherheitsrates, erklärte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. UN-Generalsekretär Annan widersprach dieser Interpretation.

(RPO Archiv)