1. Politik

Aids: Jede Minute infizieren sich elf Menschen: UN: Immunschwächekrankheit wird im 20. Jahrhundert noch bedrohlicher

Aids: Jede Minute infizieren sich elf Menschen : UN: Immunschwächekrankheit wird im 20. Jahrhundert noch bedrohlicher

New York (dpa). Der Weltsicherheitsrat hat sich in seiner ersten Sitzung im neuen Jahrtausend am Montag der Aidskrise Afrikas gewidmet. Es war das erste Mal in der Geschichte des höchsten UN- Gremiums, dass es ein Gesundheitsthema aufgegriffen hat. Der amerikanische Vizepräsident Al Gore verwies in seiner Eröffnungsrede darauf, dass Aids im 21. Jahrhundert mehr Menschen töten dürfte als alle Kriege des 20. Jahrhunderts. Weltweit infizierten sich jede Minute elf Menschen mit dem Aids-Erreger HIV. Zehn dieser Infizierten lebten in den Ländern Afrikas südlich der Sahara, sagte Gore.

<

p class="text">

<

p class="text">UN-Generalsekretär Kofi Annan erklärte, dass Aids in Süd- und Ostafrika zu "einer Bedrohung für die wirtschaftliche, soziale und politische Stabilität" geworden sei. Laut Gore ist die Epidemie dort längst nicht mehr nur eine humanitäre Katastrophe, sondern schon eine Bedrohung des Friedens und der Sicherheit.

<

p class="text">Die Krankheit richte das Gesundheitssystem des Kontinents zu Grunde, schaffe Millionen von Waisen, dezimiere die Zahl der Helfer im Schul- und Gesundheitswesen und lasse auch dadurch soziale Unruhen befürchten. Gore kündigte an, dass seine Regierung in den Haushalt des kommenden Jahres 100 Millionen Dollar für die Bekämpfung von Aids in aller Welt bereitstellen wolle.

<

p class="text">Das neue Jahrtausend konfrontiere alle Welt mit einer Reihe neuer Herausforderungen, sagte der UN-Generalsekretär. Doch kein anderer Kontinent scheine so schwer belastet wie Afrika.

<

p class="text">Von den 48 Entwicklungsländern lägen 33 in Afrika. Etwa die Hälfte der zwei Dutzend Kriege und offener Konflikte in aller Welt seien in Afrika beheimatet, und von den elf Millionen Aids-Waisen weltweit lebten 90 Prozent auf dem "Schwarzen Kontinent".

<

p class="text">Die USA, die im Januar den Präsidenten des Sicherheitsrates stellen, haben den Januar zum "Monat für Afrika" erklärt. Auf Vorschlag des amerikanischen UN-Botschafters Richard Holbrooke wurden mehrere afrikanische Staatsmänner und andere Persönlichkeiten, unter ihnen Südafrikas Ex-Präsident Nelson Mandela, eingeladen, im Sicherheitsrat über die schweren Sorgen des Kontinents zu berichten.

<

p class="text">Mandela wird den Rat am 19. Januar über die anhaltenden bewaffneten Konflikte in der Region der Großen Seen informieren. Er hatte kürzlich die Aufgabe eines Vermittlers zwischen den Kampfparteien in Burundi übernommen.

Die Hochkommissarin für Flüchtlinge, Sadako Ogata, legt am Donnerstag (13. Januar) einen Bericht zur Situation von Flüchtlingen und Vertriebenen in Afrika vor. Für den 24. Januar ist ein Gipfeltreffen von politischen Führern mehrerer ost-, zentral- und südafrikanischer Länder in New York geplant.

(RPO Archiv)