Einschätzung der UN Erreichbarkeit der Pariser Klimaziele in weiter Ferne

Berlin · Zusagen reichen bei weitem nicht aus: Bisherige Zusagen führen laut dem UN-Klimasekretariat zu einem globalen Temperaturanstieg von 2,5 Grad bis Ende des Jahrhunderts. Die USA wollen Forderungen klimageschädigter Länder entgegenkommen.

 Das Bonner UN-Klimasekretariat teilte am Mittwoch mit, die Welt sei weit davon entfernt, bis Ende des Jahrhunderts die 2015 ausgegebenen 1,5 Grad Celsius Erderwärmung einzuhalten (Symbolfoto).

Das Bonner UN-Klimasekretariat teilte am Mittwoch mit, die Welt sei weit davon entfernt, bis Ende des Jahrhunderts die 2015 ausgegebenen 1,5 Grad Celsius Erderwärmung einzuhalten (Symbolfoto).

Foto: dpa/Jens Büttner

Die im Pariser Weltklima-Abkommen gesteckten Ziele zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs werden nach derzeit vorliegenden Zusagen von Regierungen nicht erreicht. Das Bonner UN-Klimasekretariat teilte am Mittwoch mit, die Welt sei weit davon entfernt, bis Ende des Jahrhunderts die 2015 ausgegebenen 1,5 Grad Celsius Erderwärmung ausgehend vom Durchschnitt des vorindustriellen Zeitalters einzuhalten.

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Schätzungen auf Grundlage von 193 nationalen Emissionszielen zufolge dürfte bis Ende des Jahrhunderts das Weltklima 2,5 Grad Celsius wärmer werden. Die Emissionen von Treibhausgasen werden demnach bis 2030 um 10,6 Prozent gegenüber dem Ausstoß von 2010 steigen, was ein leichter Rückgang des 2021 geschätzten Anstiegs von 13,7 Prozent ist. Wissenschaftlichen Daten zufolge müssten die Emissionen erderwärmender Gase bis Ende des Jahrzehnts um 45 Prozent verringert werden.

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Man sei immer noch in Ausmaß und Tempo weit von der notwendigen Emissionsverringerung entfernt, die die Menschheit zurück auf die Spur zu 1,5 Grad Celsius Temperaturanstieg bringen würde, sagte UN-Klimachef Simon Stiell. „Um dieses Ziel aufrechtzuerhalten, müssen nationale Regierungen ihre Klima-Aktions-Pläne verstärken und sie in acht Jahren umsetzen.“

Auf der kommenden Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el Scheich werden zudem Forderungen vom Klimawandel hart getroffener Entwicklungsländer nach einer Kompensation eine Rolle spielen. Der US-Klimabeauftragte John Kerry zeigte in Washington Bereitschaft, Forderungen klimageschädigter Länder an reiche Länder nach Entschädigung entgegenzukommen. „Wir glauben, wir müssen vortreten, und wir haben eine Verantwortung“, erklärte Kerry. „Wir akzeptieren das.“

Länder wie das gerade von einer Flutkatastrophe verwüstete Pakistan haben vorgebracht, dass sie von Folgen des Klimawandels auch finanziell ruiniert werden, obwohl sie nur für einen Bruchteil der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich sind. Fachleuten zufolge ist Pakistan für 0,4 Prozent des weltweiten Schadstoffausstoßes durch fossile Brennstoffe verantwortlich, während es bei den USA 21,5 Prozent, bei China 16,5 und bei der Europäischen Union 15 Prozent sind. Allein der Sachschaden der jüngsten Überschwemmungen in Pakistan wird auf 40 Milliarden Dollar geschätzt.

Kerry betonte, es komme aber nicht infrage, dass die reichen Industrieländer eine Billion Dollar für Kompensationen durch Klimaschäden auf den Tisch legten. Es werde nicht funktionieren, reiche Ländern rechtlich schadenersatzpflichtig zu machen. Denn „das wäre ein Problem für alle, nicht nur für uns“. Es gehe darum, das Problem so anzugehen, dass tatsächlich Geld dabei herum komme.

(zeit/dpa)
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