Türken und Deutsche

Türken und Deutsche

Deutsche Jugendliche haben sich in einer Studie negativ über ihre türkischstämmigen Altersgenossen geäußert. Wir haben junge Menschen in der Region nach ihren Erfahrungen miteinander gefragt.

Berlin (Mc/qua) Eine Jugend-Studie des Kriminologischen Instituts Niedersachsen heizt die Debatte über das Verhältnis zwischen Einheimischen, Zuwanderern und Menschen mit Migrationshintergrund weiter an. Nach der Untersuchung des von Christian Pfeiffer geführten Instituts sind Türken bei deutschen Jugendlichen sehr unbeliebt. Nicht einmal jeder zehnte junge Deutsche möchte Türken zum Nachbarn haben. Hintergrund der Aussagen sind offenkundig schlechte Erfahrungen deutscher Jungen und Mädchen mit türkischen Altersgenossen.

Der Vorsitzende des Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, plädierte dafür, die Quote von Migrantenkindern in einer Klasse zu begrenzen. Bildungsstudien belegten, dass die Leistungen in Schulen mit einem Zuwandereranteil von mehr als 40 Prozent deutlich nach unten gingen.

Unter den vom Kriminologischen Institut in Hannover befragten knapp 1600 türkischstämmigen Jugendlichen in Westdeutschland sagten 23,7 Prozent, sie hätten schon einmal einen Deutschen beschimpft; 4,7 Prozent gaben an, schon einmal absichtlich einen Deutschen geschlagen zu haben. Die türkischstämmigen Jugendlichen sowie etwa 20 000 befragte deutsche Jugendliche waren auch gefragt worden, wen sie am liebsten als Nachbarn hätten. Während 40,9 Prozent der Türken angaben, deutsche Nachbarn wären ihnen "sehr angenehm" ("angenehm" sagten zusätzlich 16,3 Prozent), sprachen sich 38 Prozent der jungen Deutschen gegen Türken als Nachbarn aus. Lediglich 9,2 Prozent empfanden diese Vorstellung als "sehr angenehm". Türken rangieren laut Studie auf dem letzten Platz in der Beliebtheitsskala – hinter Schweden, Italienern, Schwarzafrikanern, Juden und Osteuropäern.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, kritisierte: "Wenn ich mir die Zahlen zur Zuwanderung ansehe, dann ist die Debatte, die wir führen, bizarr. Aktuell sei Deutschland ein Auswanderungsland: "2008 sind 30 454 Menschen wegen eines Arbeitsplatzes zugewandert, darunter aus der Türkei 1441. Angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels müssen wir dafür sorgen, dass mehr junge, gut qualifizierte Menschen zu uns kommen und türkische Akademiker nicht in die Türkei zurückgehen."

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