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Flughafen-Blamage in Berlin: Trittin legt Wowereit Rücktritt nahe

Flughafen-Blamage in Berlin : Trittin legt Wowereit Rücktritt nahe

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hat Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit wegen der erneuten Verschiebung der Flughafen-Eröffnung den Rücktritt nahe gelegt.

"Für die erneute Terminverschiebung der Flughafeneröffnung trägt er die politische Verantwortung. Wenn es jemanden gibt, der deswegen um sein Amt fürchten muss, dann ist es der Regierende Bruchpilot Klaus Wowereit", sagte Trittin unserer Redaktion.

Trittin warf Wowereit vor, der Bevölkerung die Wahrheit verheimlicht zu haben. Wörtlich sagte Trittin: "Wowereit, sitzt im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft und will angeblich nicht mitbekommen haben, dass es seit Wochen einen Briefverkehr zwischen Bauaufsicht und Flughafengesellschaft darüber gibt, dass die Brandschutzbestimmungen nicht eingehalten werden. Wenn das stimmt, dann muss er seinen Sitz im Aufsichtsrat räumen. Ich glaube aber nicht, dass er das nicht mitbekommen hat. Es ist offensichtlich der Bevölkerung verheimlicht worden, dass man den Eröffnungstermin nicht einhalten kann."

Ausgerechnet Klaus Wowereit, der den Grünen wegen drei Kilometern Stadtautobahn Planungsfeindlichkeit vorgehalten habe, kriege das größte Infrastrukturprojekt der Republik nicht auf die Reihe.

Der Start des neuen Hauptstadtflughafens musste kurz vor der Eröffnung überraschend verschoben werden. Der Brandschutz im Gebäude genügt noch nicht den Vorschriften. Das 2,5 Milliarden Euro teure Projekt geht deshalb nicht wie geplant am 3.
Juni in Betrieb, sondern verzögert sich um mindestens zwei Monate.

Es ist schon die zweite Verschiebung, ursprünglich war der 30. Oktober 2011 als Eröffnungstermin vorgesehen. Nach der neuerlichen Terminabsage wurde Kritik an der Planung und den Verantwortlichen laut. Die bisherigen Flughäfen Tegel und Schönefeld bleiben nun länger als geplant offen. So sollen keine der im Sommer geplanten Flüge ausfallen.

Noch unklar ist, wer wem möglicherweise Schadenersatz zahlen muss. Die Gesellschaft Air Berlin, die am neuen Flughafen ein Drehkreuz aufbauen will, rechnet durch den Aufschub mit erheblichen Mehrkosten. Gastronomen und Einzelhändler müssen auf Umsatz im neuen Terminal verzichten.

(csr)