Terror in Barcelona: Die Anschläge und die Routine des Schreckens

Terror in Barcelona und Cambrils : Der Schrecken ist zur Routine geworden

Es ist nur ein spontaner Eindruck, aber er trügt wohl nicht: Wir alle – Bürger, Medien, Politiker – reagieren inzwischen sehr viel gelassener auf blutige Terror-Anschläge. Das muss nicht schlecht sein. Wir sollten aber aufpassen, nicht ganz abzustumpfen.

Es ist nur ein spontaner Eindruck, aber er trügt wohl nicht: Wir alle — Bürger, Medien, Politiker — reagieren inzwischen sehr viel gelassener auf blutige Terror-Anschläge. Das muss nicht schlecht sein. Wir sollten aber aufpassen, nicht ganz abzustumpfen.

Der Schrecken ist in gewisser Weise zur Routine geworden, wir haben uns irgendwie an die Horror-Meldungen gewöhnt. Das muss nicht schlecht sein, im Gegenteil. Es hilft uns, mit der ständigen Bedrohung im Alltag umzugehen.

Die Terroristen wollen unsere freie Gesellschaft destabilisieren, sie wollen Panik verbreiten. Da ist es ganz gut, wenn viele Menschen mit stoischer Unaufgeregtheit auf die Anschläge reagieren.

Natürlich hagelt es jetzt wieder hektische Forderungen, wie die Sicherheitsvorkehrungen gegen den Terror noch verstärkt werden könnten. Aber in Wirklichkeit wissen wir alle, dass es absoluten Schutz nicht geben kann, und wenn, dann nur unter völliger Preisgabe unserer eigenen Freiheit.

Eine gewisse Distanz zum Schrecken darf aber nicht bedeuten, dass wir ganz abstumpfen und auch das Leid der Betroffenen nur noch mit einem Schulterzucken abtun. Empathie mit den Opfern und Solidarität sind das unverzichtbare Gegenstück zur Abgeklärtheit im Umgang mit dem Schrecken. Nur so können wir den Terroristen die Stirn bieten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Anschlag mit Lieferwagen in Barcelona

(RP)
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