Berlin: Syrisches Giftgas: Vorwürfe gegen deutsche Firmen

Berlin : Syrisches Giftgas: Vorwürfe gegen deutsche Firmen

Deutsche Unternehmen haben laut ARD-Informationen ab Anfang der 80er Jahre auch Material zum Bau von Giftgas-Fabriken geliefert. Bereits im September 2013 war bekannt geworden, dass deutsche Firmen bis 2011 in großem Umfang Chemikalien nach Syrien geliefert haben. Diese könnten dort zur Herstellung von Chemiewaffen eingesetzt worden sein. Von 140 Tonnen war die Rede, die zur Sarin-Produktion verwendet werden können.

Doch das war offensichtlich nur der Gipfel des Eisbergs: Denn dieDie Rede ist von Pumpen, Steueranlagen, Kontrollventilen und Chemiewaschanlagen, aber auch von 2400 Tonnen Schwefelsäure, mit der man das Nervengas Sarin herstellen kann. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) schreibt, dass der Handel von 1982 bis 1993 erfolgt sei. Die Liste mit den Materiallieferungen stammt laut einem Bericht des "Handelsblatts" von der OPCW. Sie habe diese dem Auswärtigen Amt übermittelt. Nicht nur Deutschland, auch andere Länder finden sich auf der Liste der Lieferanten, unter anderem China, Russland und Frankreich. Die Bundesregierung will die Firmennamen nicht nennen. Es handele sich um Geschäftsgeheimnisse.

Laut Bundesregierung waren die meisten Lieferungen legal, da zu diesem Zeitpunkt noch keine Kontrollverfahren bestanden. Der Rüstungsexperte und Bundestagsabgeordnete der Linken, Jan van Aken, fordert eine vollständige Aufklärung: Wer Giftgasfabriken im Ausland mit aufbaue, dürfe sich nicht in der Anonymität verstecken.

(RP)