Syrien: Demonstranten getötet, Künstler verhaftet

Syrien: Demonstranten getötet, Künstler verhaftet

damaskus (RP) Syrische Sicherheitskräfte gehen landesweit massiv gegen Kritiker des Regimes von Präsident Baschir Assad vor. Mindestens neun Menschen kamen nach Informationen von Menschenrechtsaktivisten bei einer seit zwei Tagen andauernden Militär-operation ums Leben. Die Angriffe ereigneten sich in der Hauptstadt Damaskus, der nördlichen Provinz Idlib, der zentral gelegenen Stadt Homs und im Nordwesten nahe der Grenze zur Türkei.

In Damaskus haben Sicherheitskräfte am Mittwochabend eine friedliche Demonstration zerschlagen, berichtete Ammar Kurabi, Vorsitzender der Nationalen Organisation für Menschenrechte. Etwa 30 Künstler, Schauspieler und Intellektuelle seien festgenommen worden. Die 30 gehörten zu einer Gruppe von insgesamt 250 Künstlern, die sich zu einer Protestkundgebung verabredet hatten. Nach Angaben arabischer Reporter riefen sie "Gott, Syrien, Freiheit und sonst nichts", als Angehörige der Sicherheitskräfte mit Schlagstöcken auf sie losgingen. Eine Pro-Assad-Demonstration blieb unbehelligt.

Seit Beginn der Proteste vor vier Monaten sind nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mindestens 1600 Menschen getötet worden. Die Regierung bestreitet die Zahl und macht ausländische Verschwörer und bewaffnete Banden für das Blutvergießen verantwortlich.

Der UN-Sicherheitsrat beriet in New York unter deutschem Vorsitz über das mutmaßliche syrische Atomprogramm. Die Internationale Atomenergiebehörde wirft Assad mangelnde Bereitschaft zur Zusammenarbeit vor.

(RP)
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