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Berlin: Streit um Grünen-Nähe zu Kinderschändern

Berlin : Streit um Grünen-Nähe zu Kinderschändern

Im Vorwahlkampf werden die Grünen immer massiver von ihrer Vergangenheit eingeholt. Vor allem die CSU schießt sich ein auf die frühere Nähe der Grünen zu Pädophilen. Ein 25 Jahre altes Plädoyer von Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck für eine "zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität" schlägt hohe Wellen. Wegen dieses Eintretens für ein straffreies Begehren nach Sex mit Kindern forderte die CSU Beck zum Rücktritt auf.

Die Grünen wiesen die Schlussfolgerungen der CSU als abwegig zurück. Beck habe sich wiederholt von seinem eigenen Aufsatz distanziert, der gegen seinen Willen vom Herausgeber seinerzeit aufgepeppt worden sei. Freilich räumte Beck auch selbstkritisch ein, in "jener Zeit in dem Irrtum gefangen" gewesen zu sein, wonach manche pädophile Handlung von sexuellem Kindesmissbrauch zu unterscheiden sei.

Die CSU verlangte von Bundestagspräsident Norbert Lammert Aufklärung, ob die Grünen seinerzeit mit Geldern für die Arbeit ihrer Bundestagsfraktion pädophile Bestrebungen unterstützten. Es besteht der Verdacht, dass die Grünen-Fraktion seinerzeit die Grünen-Arbeitsgemeinschaft für "Schwule, Päderasten und Transsexuelle" mit Geld ausstattete. "Es ist ungeheuerlich, dass eine im Bundestag vertretene Partei Pädophilie unterstützt", sagte CSU-Landesgruppen-Geschäftsführer Stefan Müller. "Wenn dazu auch noch Steuermittel missbraucht wurden, ist das ein Skandal", fügte er hinzu. Er gehe davon aus, dass der Bundestagspräsident die Überprüfung vornehmen werde. Der ließ jedoch verlauten, dass für die Prüfung der Mittelverwendung "der Bundesrechnungshof zuständig" sei.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin nahm Volker Beck in Schutz. Die CSU wolle ausgerechnet denjenigen treffen, der vor 25 Jahren mit dafür gesorgt habe, dass die Schwulenpolitik einen klaren Trennstrich zum Versuch einiger Päderasten gezogen habe, die Schwulen bei den Grünen für ihre Ziele zu instrumentalisieren.

Schon vor der CSU-Forderung hätten die Grünen einen Parteienforscher mit einer umfassenden Untersuchung beauftragt.

(may-/qua)