Straßburg weist Klage gegen verweigerte Sterbehilfe ab

Straßburg weist Klage gegen verweigerte Sterbehilfe ab

Straßburg (dapd). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat gestern ein möglicherweise weitreichendes Urteil zur Sterbehilfe in der Schweiz verkündet. Ein manisch-depressiver Mann hatte geklagt, dass er von den Schweizer Behörden keine Erlaubnis erhielt, die tödliche Dosis eines Medikaments ohne Rezept zu erwerben.

Die Straßburger Richter sahen darin aber keinen Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Die Schweiz könne nicht dafür kritisiert werden, keine Beihilfe zu einem Selbstmord geleistet zu haben. Die Verschreibung eines Medikaments habe das Ziel, "Menschen vor voreiligen Entscheidungen zu schützen und Missbrauch zu verhindern". Dies gelte umso mehr in einem Land wie der Schweiz mit ihrer liberalen Sterbehilfe-Regelung.

(RP)
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