Persönlich: Stephan Werhahn ... Adenauer-Enkel tritt gegen CDU an

Persönlich: Stephan Werhahn ... Adenauer-Enkel tritt gegen CDU an

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Jurist und Unternehmensberater Werhahn sieht für die FW, die in Bayern stark, im Rest der Republik schwach sind und bundesweit bei etwa 2, 5 Prozent Stimmenanteil liegen, vor allem im Rheinland und in Westfalen großes Wachstumspotenzial.

Unzufriedene CDU-Wähler, die Angela Merkels Euro-Rettungspolitik für gefährlich, keineswegs für "alternativlos" halten, gehören bis September zu Werhahns Haupt-Zielgruppe. Bei der Niedersachsen-Wahl im Januar erlebten die FW ein Desaster: 1,1 Prozent.

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Der künftige NRW-Spitzenmann, der 2012 nach 40 Jahren aus der CDU ausgetreten war, ist zornig auf den – wie er es ausdrückt – "Professorenclub" um die Ökonomen Bernd Lucke und Stefan Homburg. Letztere haben neuerdings vor, mit einer "Alternative für Deutschland" im selben Wählerteich wie die FW zu fischen. Werhahn betont, die FW seien europapolitisch nicht radikal wie Lucke & Co, die zurück zu alten Nationalwährungen wollten. Die FW favorisieren vorübergehende Euro-Austrittsmöglichkeiten mit Wiederbeitritt nach Gesundung. Werhahn legt schon wegen der Familientraditon Wert darauf, ein glühender Europäer zu sein. Deshalb lehnt er die offizielle Euro-Rettungspolitik ab. Sie zerstöre Europa, helfe der Finanzwelt, aber nicht den Menschen in den Krisenländern.

Beim alljährlichen Rhöndorfer Weihnachtstreffen des Adenauer-Clans hat der Enkel des "großen Alten" nach eigener Aussage aus dem Kreis der Großfamilie Zuspruch erhalten. Tenor: "Gut so, Stephan, kämpfe für Europa, aber nicht für eine verfehlte Euro-Politik."

(RP)
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