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Adriano-Prozess gegen Skinheads: Staatsanwalt fordert Höchststrafen

Adriano-Prozess gegen Skinheads : Staatsanwalt fordert Höchststrafen

Halle (AP). Die Bundesanwaltschaft hat im Prozess um den Tod des 39-jährigen Mosambikaners Alberto Adriano am Donnerstag die jeweiligen Höchststrafen für die drei Angeklagten beantragt. Wegen Mordes soll der 24-Jährige aus Bad Liebenwerda zu lebenslanger Freiheitsstrafe und die beiden 16-Jährigen aus Wolfen zu einer Jugendstrafe von je zehn Jahren verurteilt werden, wie Bundesanwalt Joachim Lampe nach seinem Plädoyer in der nichtöffentlichen Sitzung des Oberlandesgerichts in Halle mitteilte. Die Beweisaufnahme habe die Schuld der Angeklagten eindeutig erwiesen.

Laut Anklageschrift sollen die drei am 11. Juni den seit den 80er Jahren in Deutschland lebenden Familienvater von drei Kindern in Dessau überfallen und misshandelt haben. Ihr Opfer starb an den Folgen seiner Verletzungen drei Tage später in einem Krankenhaus. Die Verdächtigen wurden kurz nach der Tat gestellt und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Nach der Vernehmung der Tatzeugen in den vergangenen Tagen waren am Donnerstagvormittag Gutachter geladen, die sich zur Schuldfähigkeit der Angeklagten äußern sollten. Wegen des jugendlichen Alters von zwei der Angeklagten ist die Öffentlichkeit von dem Prozess ausgeschlossen. Die drei Angeklagten hatten bereits am Montag zu Prozessbeginn den Überfall auf den Afrikaner gestanden und nach Ansicht von Prozessbeteiligten keine Reue gezeigt.

(RPO Archiv)