TV-Sendung bestreitet Manipulation: "Spiegel TV": Scharpings Zitat war nicht geschnitten

TV-Sendung bestreitet Manipulation : "Spiegel TV": Scharpings Zitat war nicht geschnitten

Berlin (rpo). Das Fernsehmagazin "Spiegel TV" hat den Manipulationsvorwurf von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) zurückgewiesen. Das von diesem beanstandete Zitat sei nicht geschnitten worden, sagte Redaktionsleiter Thomas Ammann.

Auch seien die Bilder von Scharpings Pressekonferenz am 30. August in Mazedonien nicht wie von Scharpings behauptet in der Reihenfolge des Ablaufs verändert worden. Verwunderlich sei, dass der Beitrag bereits am 2. September gesendet worden sei und Scharping sich bisher nicht darüber beschwert habe.

Hintergrund ist, dass die Opposition dem Minister vorwirft, auf der von "Spiegel TV" aufgezeichneten Pressekonferenz die Aufmarschroute der Bundeswehr in Mazedonien verraten zu haben. Sie will Scharping dazu an diesem Dienstag im Verteidigungsausschuss des Bundestages befragen.

Das Magazin hatte den Minister wie folgt zitiert: "Wir müssen also natürlich beispielsweise auch sorgfältig die Sicherheit solcher Routen klären. Das ist nicht nur die Frage, ob es eine Blockade gibt, sondern man muss auch abklären: Wo gibt es Minen, Sprengfallen, andere Risiken. Das bedarf der sorgfältigen Abklärung. Und wenn man das dann alles in Rechnung stellt, dann macht es sehr viel Sinn, das zu tun, was hoffentlich heute Nacht geschieht, nämlich, die Grenze bei Blace zu überschreiten und dann direkt hierher zu kommen."

Scharping hatte "Spiegel TV" kritisiert und gesagt, er habe in der Pressekonferenz nicht die über Blace führende Route des Bundeswehr- Konvois und die etwaige Zeit des Aufmarsches bekannt gegeben. Die Fakten seien bereits vorher in Medien genannt worden. Auf Fragen nach dem Aufmarschplan hätten er und Generalinspekteur Harald Kujat gesagt: "Wir können und wollen das nicht bestätigen, weil das Sicherheitsabläufe berührt."

Der Verteidigungsminister warf dem Magazin deshalb "üble Manipulation" vor. Er werde den ihm vorliegenden Rohschnitt und die "Manipulation" an diesem Dienstag dem Verteidigungsausschuss präsentieren.

(RPO Archiv)
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