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SPD schlägt in NRW Bildungslotsen gegen Schulabbrüche vor

Kinder in Not : SPD schlägt Bildungslotsen gegen Schulabbrüche vor

Nach der langen Phase im Distanzunterricht geben viele Jugendliche auf und wollen die Schule abbrechen, wie eine repräsentative Studie zeigt. Was die SPD- und Grünen-Opposition dagegen unternehmen will.

Die Opposition im Düsseldorfer Landtag fordert mehr Einsatz der Landesregierung für Kinder und Jugendliche. „Jeder Schulabbrecher ist ein Schulabbrecher zu viel. Gerade die Pandemie hat gezeigt, wie schnell Kinder und Jugendliche unter dem Radar verschwinden, wenn sie keinen Kontakt mehr zu Lehrkräften und Vertrauenspersonen in der Schule haben“, sagte SPD-Fraktionsvize Jochen Ott unserer Redaktion. Gerade für Schüler, die ohnehin mit dem Gedanken spielten, die Schule hinzuschmeißen, sei das Pandemie-Jahr besonders schwierig.

Ott reagierte damit unter anderem auf eine repräsentative Umfrage unter Jugendämtern, wonach sich die Zahl der Schulabbrecher aufgrund der Pandemie voraussichtlich verdoppeln wird. Schon vor der Pandemie verließen jährlich etwas mehr als 50.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Die Jugendhilfe-Systeme greifen nach Auskunft von Bildungsexperten zurzeit nur eingeschränkt, weil viele Schüler in der langen Phase des Distanzunterrichts abtauchten und für die Jugendhilfe nicht mehr erreichbar seien.

Um gegenzusteuern, will die SPD einen entsprechenden Antrag in den Landtag mit dem Titel „Förderoffensive“ einbringen. Darin schlägt die Fraktion vor, Schülern frühzeitig Mentoren und Bildungslotsen zur Seite zu stellen, die mit der Agentur für Arbeit und Akteuren in der dualen Berufsausbildung gut vernetzt sind, um ihnen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu bieten. Auch müsse es individuelle Förderpläne für diese Jugendlichen geben. Um frühzeitig reagieren zu können, sei es sinnvoll, die Grundschulen zu Familienzentren auszubauen. So könnten dort Bildung und Förderung durch multiprofessionelle Teams an einem Ort vereint werden.

Auch die Grünen-Opposition verlangte von der Landesregierung mehr Unterstützung für Kinder in der Pandemie. Der finanzielle Bedarf der Kinder müsse berechnet werden, um die erforderlichen Mittel dann mittels eines „Zukunftsfonds“ bereitzustellen. Darin enthalten sein müsse auch Geld für Ferienfreizeiten und für Angebote der offenen Jugendarbeit, heißt es in einem Antrag der Grünen-Fraktion.

(kib)