Berlin: SPD offen für Wahl eines Ministerpräsidenten der Linken

Berlin : SPD offen für Wahl eines Ministerpräsidenten der Linken

Die SPD zeigt sich offen für die Wahl eines Ministerpräsidenten der Linkspartei in Thüringen. "Das ist die alleinige Entscheidung der Thüringer SPD", sagte der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, der "Welt am Sonntag" mit Blick auf die Landtagswahl in drei Monaten. "In den Ländern haben SPD und Linke längst gezeigt, dass sie erfolgreich zusammen regieren können." Im Bund sei die Linkspartei unter anderem wegen gravierender Unterschiede in der Bewertung der Ukraine-Krise noch meilenweit von der Regierungsfähigkeit entfernt.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) rief dazu auf, die Linkspartei nicht als radikalsozialistische Gruppierung zu brandmarken. "Die Linke steht eindeutig im demokratischen Spektrum der deutschen Parteien. Im Osten ist sie sogar Volkspartei", sagte er der "Welt". Woidke führt die einzige rot-rote Regierung auf Länderebene. Die Zusammenarbeit sei sehr gut. Auf eine Fortsetzung des Bündnisses wolle er sich aber vor der Landtagswahl nicht festlegen.

Anders als in Brandenburg liegt die Linke in Thüringen in den Umfragen deutlich vor der SPD. SPD-Spitzenkandidatin Heike Taubert hat erklärt, sie sei "sehr ernüchtert" von der Zusammenarbeit mit der CDU in der großen Koalition. Der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow, wirbt für ein Bündnis mit der SPD und pocht auf den Posten des Ministerpräsidenten.

(rtr)
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