Düsseldorf So gefährlich ist Plutonium

Düsseldorf · Plutonium zählt wie Blei und Quecksilber zu den Schwermetallen. Und es ist genauso giftig. Die tödliche Dosis liegt bei 20 bis 60 Milligramm. Allerdings gibt es noch durchaus giftigere Stoffe.

Die eigentliche Gefahr, die vom Plutonium ausgeht, liegt in der Strahlung. Denn das Element sendet große Mengen von Alphateilchen aus. Dabei handelt es sich im Prinzip um Heliumkerne, die schwer und energiereich sind. Diese Strahlung hat keine große Reichweite. Darum reicht bereits ein Blatt Papier, um sich davor zu schützen. Anders sieht es dagegen aus, wenn Plutonium in den Körper gelangt. In diesem Fall sind die Körperzellen der energiereichen Strahlung direkt ausgesetzt – was Krebs auslösen kann.

Am gefährlichsten wirkt Plutonium dabei, wenn es eingeatmet wird, heißt es beim Bundesamt für Strahlenschutz. Es reichen bereits 80 Millionstel Gramm aus, um mit hoher Wahrscheinlichkeit Lungenkrebs auszulösen. Das entspricht etwa 560 Plutonium-Partikeln. Zum Vergleich: Es müssen etwa 10 000 Milzbrand-Erreger eingeatmet werden, um an einer Infektion zu sterben.

Wie lange das Plutonium dabei in der Lunge bleibt, hängt von der eingeatmeten Verbindung ab. Aber es können zwischen 100 Tagen und 27 Jahren sein. Darum kann es sich immer weiter anreichern – mit einem immer größer werdenden Lungenkrebsrisiko. Zudem kann es sich im Körper verteilen und Leukämie, Knochen- oder Leberkrebs auslösen. Das gilt zwar auch, wenn Plutonium über die Nahrung aufgenommen wird, aber das Risiko nach dem Einatmen ist 100-mal größer.

Allerdings kommt Plutonium in der freien Natur kaum vor. Vielmehr wird es in Kernreaktoren erzeugt, wenn Uran mit Neutronen beschossen wird. Mittlerweile sind so weltweit 1000 Tonnen Plutonium entstanden – vor allem die langlebige Stoffart Plutonium-239: Nachdem es erzeugt worden ist, vergehen 24 110 Jahren, bis sich die Hälfte durch radioaktiven Zerfall abgebaut hat.

(RP)
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