Christliche Einrichtung überfallen: Sieben Tote bei Anschlag in Karachi

Christliche Einrichtung überfallen : Sieben Tote bei Anschlag in Karachi

Karachi (rpo). Bei einem Überfall auf eine christliche Organisation sind am Mittwoch in Karachi mindestens sieben Mitarbeiter getötet worden. Zwei bewaffnete Männer stürmten ein Büro, ihre Opfer an Stühle und töteten sie anschließend mit Kopfschüssen.

Sechs Mitarbeiter waren sofort tot. Ein weiterer starb später im Krankenhaus. Nur der Telefonist an der Rezeption entkam unverletzt und konnte die Polizei alarmieren. Die Angreifer flohen unerkannt. Wer hinter dem Blutbad steckte, war zunächst unklar.

"Wir ermitteln ohne Vorbehalte", sagte der Polizeichef der Stadt, Sayed Kamal Shah, auf die Frage, ob eine Verbindung zur militanten islamischen Gruppierung Harkat-ul-Mujahedin al Alami (HMA) bestehe. Die HMA wird für eine Serie von Anschlägen in Pakistan in Folge des US-Kampfes gegen Taliban- und El-Kaida-Kämpfer in Afghanistan verantwortlich gemacht.

Ein führender Vertreter der christlichen Minderheit in Pakistan, Shahbaz Bhatti, sagte in Islamabad: "Es ist klar, dass El-Kaida-Leute in den jüngsten Anschlag in Karachi verwickelt sind. Pakistanische Christen sind Opfer ihrer Rache für alles, was die USA ihnen in Afghanistan zugefügt haben." Die Christen befürchteten einen Genozid, falls die Regierung die Extremisten nicht stoppe. Nach seinen Angaben ist die Amn-o-Insaf eine vom Ausland finanzierte katholische Gruppe, die sich vorwiegend um gering verdienende Arbeiter in der Industriestadt kümmert.

Westliche Ausländer sowie Christen sind in Pakistan seit vergangenem Jahr zunehmend zur Zielscheibe von Anschlägen mutmaßlicher Moslemextremisten geworden. Ende Oktober erschossen Extremisten bei einem Anschlag gegen Christen in Bahawalpur 16 Gläubige. Im März kamen fünf Menschen, darunter zwei Amerikaner, bei einem Anschlag auf eine Kirche im Diplomatenviertel von Islamabad ums Leben. Im Mai wurden bei einem Selbstmordanschlag 11 französische Experten und 3 Pakistanis getötet. Bei einem Bombenanschlag auf das US-Konsulat in Karachi im Juni starben 13 Menschen. Die Polizei hat im Zusammenhang mit den Gewalttaten bislang mehr als 30 Verdächtige festgenommen. Davon wurden vier wegen Mordes an dem US-Reporter Daniel Pearl verurteilt, der am 23. Januar in Karachi entführt und im Februar ermordet worden war.

(RPO Archiv)
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