Kommentar zur Regierungskrise Seehofer muss liefern

Berlin · Die AfD steigt in der Wählergunst auf ihren bisher höchsten Wert und ist erstmals so stark wie die SPD. Im Sonntagstrend kommt die AfD auf 17 Prozent. CDU/CSU verlieren zwei Punkte: Nur noch 30 Prozent würden aktuell die Union wählen. Jetzt muss Horst Seehofer liefern.

Umfragen sind nur eine Momentaufnahme. Aber eine wichtige für Politiker. Oft bestimmen sie danach ihre Agenda. Eine neue Erhebung zeigt nun, dass die Krise der Union nur einen Gewinner hat: die AfD. Die Partei, die die CSU mit ihrem harten Kurs in der Asylpolitik auf Distanz halten will, hat am meisten davon profitiert. Die ganze Koalition geht geschwächt aus dem Chaos der vergangen Wochen hervor.

CSU-Chef Horst Seehofer muss jetzt liefern. Seiner Ansicht nach hat die CSU die Koalition zur Asylwende getrieben. Dann steht er als Innenminister auch in der Pflicht, sie umzusetzen - und nicht wie in der vorigen Woche, gleich umzufallen, nur weil Österreichs Kanzler Kurz sagt, nichts dürfe zu Lasten seines Landes gehen. Der erste Test, wie gut Seehofer international verhandeln kann, ist am Mittwoch, wenn er seine rechtspopulistischen Amtskollegen aus Österreich und Italien trifft. Es ist aber sehr fraglich, ob die CSU die AfD klein halten kann. Bundesweit hat sie gerade das Gegenteil erreicht. Man kann eben niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort