Rede zur Eröffnung der Projekt Ruhr GmbH: Schröder: Green-Card-Debatte ist wirtschaftsfeindlich

Rede zur Eröffnung der Projekt Ruhr GmbH : Schröder: Green-Card-Debatte ist wirtschaftsfeindlich

Bochum (dpa). Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Debatte über die Green Card für ausländische Computerspezialisten als "wirtschaftsfeindlich" kritisiert. An jedem dieser hoch qualifizierten Arbeitsplätze in der Informationstechnologie hingen zwischen drei und fünf weitere Arbeitsplätze in der Dienstleistungsbranche, sagte der Bundeskanzler am Samstag in Bochum zum Start der vom Land Nordrhein- Westfalen ins Leben gerufenen neuen Gesellschaft Projekt Ruhr GmbH. Mit einer Großveranstaltung wurde das bereits Anfang März gegründete Projekt offiziell vorgestellt. Ziel der Tochter des Landes Nordrhein- Westfalen ist die Förderung des Strukturwandels im Ruhrgebiet.

Es müsse nun auch darum gehen, die entstandene Fachkräftelücke mit eigenen Ausbildungsprogrammen zu schließen, sagte Schröder. Ziel sei es, die Zahl der Ausbildungsplätze in der Branche bis zum Jahresende auf insgesamt 40 000 zu erhöhen. In den kommenden Jahren sei ein Anstieg auf bis zu 60 000 Plätze geplant. Die neue Projekt Ruhr GmbH sei ein "glänzendes Beispiel", wie man einen solchen Wandel von staatlicher Seite aus unterstützen könne, meinte Schröder.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) erklärte den anstehenden Wandel in der Region zu einer der Hauptaufgaben der Landesregierung. Er sei zuversichtlich, dass die Region bereits in zehn Jahren wieder in ihre Spitzenstellung zurückgekehrt sein werde, meinte Clement. Er habe die Projekt Ruhr GmbH zur Chefsache gemacht, so der Ministerpräsident.

Clement setzte sich insbesondere für das Projekt eines Metrorapids als Schnellbahnverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und der Rheinschiene ein. Eine solche Verbindung sei derzeit eine der wichtigsten strukturellen Aufgaben, meinte der Ministerpräsident.

(RPO Archiv)