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Sauerland im Verhör

Sauerland im Verhör

SPD, Grüne und Linke haben großes Interesse, den Duisburger Oberbürgermeister rasch in den Zeugenstand des Untersuchungsausschusses zu zwingen. Er soll erklären, warum Duisburg den landeseigenen Baubetrieb BLB beim verunglückten Kauf eines Grundstückes in Duisburg nicht besser unterstützt hat. Denn der Millionenschaden für den Steuerzahler wäre vermeidbar gewesen.

Dass die Eile der Aufklärung dient, ist fraglich. Üblicherweise verweisen Politiker vor Untersuchungsausschüssen entweder auf ihre Fachabteilungen oder auf Gedächtnislücken. Deshalb werden sie in der Regel auch erst vernommen, nachdem zuvor die inhaltlichen Fragen mit den Zeugen der Fachebene geklärt wurden. Aber seine politischen Gegner schielen auf Sauerlands Abwahlverfahren am kommenden Sonntag und wollen ihn rechtzeitig ins Gerede bringen. Was der Sache auf Umwegen dennoch dient: Weil der Vorgang so kompliziert ist, setzt die Öffentlichkeit sich mit den zahlreichen BLB-Skandalen bislang kaum auseinander. Prominente Zeugen wie Sauerland werden das ändern. Und das ist gut: Die Machenschaften, mit denen sich rund um den BLB offenbar Dutzende auf Kosten der Steuerzahler bereichert haben, gehören ins Rampenlicht.

(RP)