Keine näheren Angaben: Rumsfeld: Irak und El Kaida direkt verbunden

Keine näheren Angaben : Rumsfeld: Irak und El Kaida direkt verbunden

Warschau (rpo). Nach Angaben von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bestehen direkte Verbindungen zwischen dem Terrornetzwerk El Kaida und dem Irak. Das bestätigte Rumsfeld in Warschau, ohne allerdings nähere Angaben zu machen.

Rumsfeld sagte, er habe mehrere Signale von NATO- Ministerkollegen zur Unterstützung eines Vorgehens gegen den Irak erhalten. Es sei aber Sache der Länder selbst, über ihren Kurs Auskunft zu geben. "Unser Ziel ist, einen anderen 11. September zu stoppen, ehe er möglich ist." Deutschland lehnt einen Militärschlag gegen Bagdad weiterhin kategorisch ab.

Rumsfeld beklagte, bisherige Sanktionen gegen Saddam Hussein und UN-Resolutionen seien wirkungslos geblieben. Eine Entwaffnung des Landes sei nicht gelungen. NATO-Generalsekretär George Robertson wiederholte, das Thema sei Sache der Vereinten Nationen (UN), nicht der Allianz. Im Rahmen einer Begegnung der 19 NATO-Minister mit ihrem russischen Amtskollegen Sergej Iwanow sei nicht über die Irak-Krise gesprochen worden.

Angesichts der deutsch-amerikanischen Misstöne forderte Robertson die Allianz zu Geschlossenheit auf. "Das Bündnis muss zusammenhalten." Er fügte hinzu: "Nach den deutschen (Bundestags-)Wahlen hat es unvermeidlicherweise starke Erregungen gegeben." Es werde eine Zeit dauern, bis sich die Wogen wieder glätten werden, sagte der zivile NATO-Chef. "Die Einheit der Allianz hat einen hohen Wert, besonders in diesen gefährlichen Zeiten", mahnte Robertson. Er hoffe, die Meinungsverschiedenheiten könnten beigelegt werden.

Rumsfeld sagte auf die Frage, wie das deutsch-amerikanische Verhältnis wieder verbessert werden könnte: "Es ist nicht an mir, anderen Ländern Ratschläge zu geben." Rumsfeld hatte vor dem Treffen die US-Position bekräftigt, die deutsch-amerikanischen Beziehungen seien wegen der Nutzung des Irak-Themas im Bundestagswahlkampf derzeit "vergiftet".

Die Allianz und Russland wollen im Dezember im Moskau eine gemeinsame Konferenz über die Gefahren des Terrorismus abhalten, kündigte Robertson an. NATO und Russland sind seit Mai über den NATO-Russland-Rat enger als zuvor aneinander gebunden.

Robertson und Rumsfeld zeigten sich besorgt über die Entwicklung in Georgien. Die territoriale Integrität Georgiens müsse "erhalten und geschützt" werden. Zwischen Russland und den NATO-Mitgliedern bestehe jedoch Einigkeit über die Gefahren durch die ethnischen Konflikte im nördlichen Kaukasus, sagte Robertson und sprach davon, dass es in den Gesprächen mit Russland "keine Tabu-Themen mehr gibt."

Rumsfeld sagte, es stehe außer Frage, dass "Terroristen an der Grenze Georgiens aktiv sind und sich nach Tschetschenien bewegen." Die USA verständen die Schwierigkeiten, die sich daraus für Russland ergeben. "Wichtig ist, dass die Souveränität Georgiens respektiert wird", betonte Rumsfeld und sprach von amerikanischem Training für georgische Sicherheitskräfte.

Russland betrachtet das Pankisi-Tal im nördlichen Georgien als Hort internationaler Terroristen und hat mit eigenen Militärschlägen gedroht, falls diese nicht durch Georgien ausgeschaltet werden.

(RPO Archiv)
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