Christian Lindner: "Rückkehr der EU-Schuldenkrise schadet Deutschen"

Christian Lindner : "Rückkehr der EU-Schuldenkrise schadet Deutschen"

FDP-Chef Christian Lindner warnt im Gespräch mit unserer Redaktion vor einer Rückkehr der EU-Schuldenkrise zu Lasten des deutschen Sparers.

Herr Lindner, wird das Dreikönigstreffen der FDP das letzte seiner Art sein?

Lindner Nein, im Gegenteil. Das Dreikönigstreffen ist der erste Aufschlag einer erneuerten FDP. Wir haben ein Jahr in mehr als 250 Veranstaltungen mit mehr als 15 000 Teilnehmern unsere Tradition und unsere Politik aufgearbeitet. Wir haben wiedergefunden, warum die FDP gegründet wurde: nämlich aus Liebe zur Freiheit und im Vertrauen auf mündige Bürger. Wir wollen mutige Politik, die nicht nur den Status quo verwaltet, sondern die Chancen von Digitalisierung und Globalisierung nutzt.

Mit welchen Themen wollen Sie konkret auf sich aufmerksam machen?

Lindner Die Spirale der Staatsintervention beschleunigt sich massiv - nicht nur bei uns, sondern auch in Europa. Auf der anderen Seite wendet sich die "Pegida"-Bewegung gegen die Weltoffenheit unserer Gesellschaft. Wenn das nicht eine Zeit ist, die liberale Antworten braucht, wann sonst? So will die EZB Staatsanleihen kaufen. Die EU-Kommission will Investoren mit Subventionen Haftungsrisiken abnehmen. Griechenland könnte die Gegenleistung für Solidarität verweigern - nämlich weitere Reformen. Das ist weniger Verantwortung in einer Zeit, die mehr Verantwortung braucht. Deutschland muss darauf dringen, dass statt weniger Marktwirtschaft wieder funktionierender Wettbewerb Staaten wie Italien und Griechenland zu Reformen motiviert. Jean-Claude Juncker müssen die planwirtschaftlichen Zähne gezogen werden. Sonst wird die Schuldenkrise zurückkehren. Und das wird zulasten der deutschen Sparer gehen.

Eva Quadbeck stellte die Fragen.

(qua)