Persönlich Ridley Scott . . . hat Ärger wegen Bibel-Epos

Die Bibel hat schon vielen Filmemachern Stoff für Geschichten geliefert. Manche trieben religiöse Gründe, wie etwa Mel Gibson. Dessen Verfilmung der letzten Tage im Leben Jesu Christi löste vor allem bei den Juden gehörige Verstimmung aus. Der britische Regisseur Ridley Scott gehört nicht zu solchen religiösen Eiferern. Für Ärger sorgt sein neuer Film "Exodus" trotzdem. In Marokko, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde das zweieinhalbstündige Epos über den Auszug von Moses und den Israeliten aus Ägypten nun verboten - wegen vermeintlicher Geschichtsfälschung.

Religiöse Motive kann man Scott dabei nicht vorwerfen, er bezeichnet sich als Agnostiker. "Exodus" interessierte ihn trotzdem - wegen der Geschichte.

Er lebe von guten Geschichten, sagte der 77-Jährige zuletzt in einem Interview. Ob diese historisch seien oder nicht, sei dabei egal. Und so liest sich auch die Liste der Filme, die Scott in seiner langen Karriere gedreht hat. Seinen Durchbruch feierte er vor 35 Jahren mit dem Science-Fiction-Film "Alien", es folgten Streifen wie "Blade Runner", "Thelma und Louise" und "Gladiator". Obwohl dreimal für den Oscar nominiert, ging Ridley Scott bislang leer aus. Eine besondere Ehre wurde ihm jedoch durch die Queen zuteil. Sie schlug den Briten, der am Royal College of Art in London Grafikdesign studierte, 2003 für seine Verdienste um die Kunst zum Ritter.

Beinahe jährlich hat der zweifache Vater seitdem einen neuen Film vorgelegt. Die Arbeit hilft ihm auch, sich vom Tod seines Bruders abzulenken. Im August 2012 stürzte sich Scotts sechs Jahre jüngerer Bruder Tony von einer Brücke. Ihm, der ebenfalls als Regisseur arbeitete, widmete Ridley Scott nun "Exodus". Er trauere noch immer jeden Tag um ihn, gestand der Filmemacher jüngst: "Ich lasse es zu, manchmal nur Sekunden, manchmal aber auch zehn Minuten."

(RP)
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