Rom: Richter Mattarella will italienischer Präsident werden

Rom : Richter Mattarella will italienischer Präsident werden

Die Wahl eines neuen italienischen Staatspräsidenten ist auch im dritten Durchgang gescheitert. Keiner der Kandidaten kam gestern auf die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit. Wie schon in der ersten und zweiten Runde gab mit 531 erneut die Mehrheit der 1009 wahlberechtigten Senatoren, Abgeordneten und Vertreter der Regionen einen leeren Stimmzettel ab. Mit dieser Taktik will Regierungschef Matteo Renzi zum vierten Wahlgang gelangen, ab dem eine absolute Mehrheit von 505 Stimmen reicht. Renzi hofft, den 73-jährigen Sergio Mattarella mit der Unterstützung kleinerer Parteien zum Nachfolger von Giorgio Napolitano machen zu können, der vor zwei Wochen aus Altersgründen zurückgetreten war.

Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi und seine konservative Forza Italia sowie Renzis Koalitionspartner Nuovo Centrodestra (NCD) wollen den Sizilianer Mattarella nicht unterstützen. Die größte Zustimmung erhielt im zweiten Wahlgang mit 123 Stimmen erneut der ehemalige Mafia- und Terrorismusbekämpfer Ferdinando Imposimato. Er ist Kandidat der populistischen Protestbewegung "fünf Sterne".

Bei der Wahl sind in den ersten Wahlgängen kuriose Namen ans Licht gekommen: Fußballlegende Francesco Totti (38) bekam fünf Stimmen. Sie waren jedoch alle ungültig, weil der Kapitän des AS Rom die nötige Altersgrenze von 50 Jahren noch nicht erreicht hat. Der Modeunternehmer Santo Versace, Bruder von Gianni Versace, kam auf sechs Stimmen.

Auch die TV-Moderatorin Barbara D'Urso und der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, Giovanni Malagò, hatten jeweils einen Fan unter den Wählern.

(dpa)
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