Richard von Weizsäcker: Trauerstaatsakt am 11. Februar 2015

Tod des Altbundespräsidenten : Trauerstaatsakt für von Weizsäcker am 11. Februar

Für den verstorbenen Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker wird es am 11. Februar einen Trauerstaatsakt geben. Das kündigte Bundespräsident Joachim Gauck am Samstag in Berlin an. Freiherr von Weizsäcker war am Vormittag im Alter von 94 Jahren gestorben.

Gauck zeigte sich über den Tod seines Vorgängers sehr bestürzt. "Wir verlieren einen großartigen Menschen und ein herausragendes Staatsoberhaupt. Richard von Weizsäcker hat das Amt des Bundespräsidenten auf bleibende Weise geprägt", schrieb Gauck in einem Kondolenzschreiben an von Weizsäckers Witwe Marianne.

Nach Aussage von Bundestagspräsident Norbert Lammert wird von Weizsäckers Amtszeit "unvergessen" bleiben. "Als erster Bundespräsident im geeinten Deutschland gelang es Richard von Weizsäcker die unterschiedlichen Befindlichkeiten der Menschen in Ost und West zu erkennen und zusammenzuführen", heißt es in Lammerts Kondolenzbrief.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte den Altbundespräsidenten als "eine der wichtigsten und geachtetsten Persönlichkeiten" Deutschlands. Mit seinem großen Intellekt und seiner Redebegabung habe er sich in den Dienst des Landes gestellt und "Maßstäbe gesetzt", sagte Merkel. Die Bundesrepublik verdanke von Weizsäcker richtungsweisende Reden, fügte Merkel hinzu. Dahinter hätten stets "gelebte Werte und hohe persönliche Integrität" gestanden und das sei auf der ganzen Welt so wahrgenommen worden.

Der Diplomatensohn Richard von Weizsäcker wurde am 15. April 1920 in Stuttgart geboren. Nach Kriegsende studierte er Rechtswissenschaften und Geschichte. 1954 trat er in die CDU ein und war von 1964 bis 1970 und von 1979 bis 1981 Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages, von 1969 bis 1984 Mitglied der Synode und des Rates der EKD sowie des Zentral- und Exekutivausschusses des Weltkirchenrats. 1966 kam er in den CDU-Bundesvorstand. In den Bundestag zog der Vater von vier Kindern 1969 ein.

Die deutsche Teilung erlebte Weizsäcker nicht zuletzt als Regierender Bürgermeister von Berlin in den Jahren von 1981 bis 1984 hautnah. Auch als Bundespräsident ab 1984 setzte er sich für die Aussöhnung mit dem Ostblock und Gespräche mit der DDR ein.

Trauerstaatsakte und Staatsbegräbnisse

Trauerstaatsakte und Staatsbegräbnisse werden nur selten angeordnet. Sie würdigen eine Person des öffentlichen Lebens, die sich um Deutschland in besondere Weise verdient gemacht hat. Die Kosten werden grundsätzlich vom Bund getragen, die Organisation obliegt dem Innenministerium.

Ein Trauerstaatsakt umfasst eine von Musik umrahmte Traueransprache, Gedenkreden und die Nationalhymne. In Anwesenheit der höchsten Repräsentanten des Bundes, von Hinterbliebenen, Weggefährten und Freunden wird des Verstorbenen gedacht.
Trauerstaatsakte in der jüngeren Geschichte fanden zur Ehren der ehemaligen Bundestagspräsidenten Annemarie Renger (2008) und Rainer Barzel (2006) sowie Altbundespräsident Johannes Rau (2006) statt.

Im Gegensatz dazu kann ein Staatsbegräbnis unter anderem eine kirchliche Trauerfeier, eine öffentliche Aufbahrung und ein militärisches Abschiedszeremoniell mit Ehrenformation enthalten. Die bislang letzten Staatsbegräbnisse fanden 1997 für den ehemaligen Bundestagspräsidenten Kai Uwe von Hassel und 1988 für Altkanzler Kurt Georg Kiesinger statt.

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(KNA)
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