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René Benko: Karstadt-Übernahme schon kommende Woche

Essen : Benko: Karstadt-Übernahme schon kommende Woche

Die Komplettübernahme des Handelskonzerns Karstadt durch den österreichischen Immobilien-Unternehmer René Benko geht vermutlich schneller über die Bühne als gedacht. Benko werde schon in der kommenden Woche das Warenhaus-Geschäft von Nicolas Berggruen übernehmen, hieß es gestern. Zudem werde sich der Deutsch-Amerikaner, der Karstadt vor vier Jahren gekauft hatte, auch aus den Sporthäusern und den drei Premium-Häusern in Berlin, Hamburg und München verabschieden, an denen er zuletzt noch ein Viertel der Anteile hielt.

Eine Bestätigung für den Deal, für den Benko angeblich nur einen Euro zahlt (ebenso wie Berggruen bei der Übernahme 2010), gibt es noch nicht. Seit Monaten war darüber spekuliert worden, dass Berggruen nur nach einer Möglichkeit suche, bei Karstadt wieder auszusteigen. Die Gewerkschaft Verdi hatte ihm wiederholt vorgeworfen, er weigere sich, dringend notwendige Investitionen in die Warenhäuser vorzunehmen. Mit der Forderung nach einem Zukunftskonzept waren die Arbeitnehmer-Vertreter bei dem Investor aber stets abgeblitzt.

Wie es nun weitergeht, ist noch offen. Angeblich will Benko die innerstädtischen Warenhäuser langfristig zu Shopping-Malls umbauen, in denen statt des großen Warenhaus-Anbieters Karstadt viele kleine Anbieter untergebracht werden. Karstadt selbst könnte auf deutlich kleinerer Fläche mit von der Partie sein. Dies hätte aber einen weiteren Stellenabbau zur Folge. Zuletzt hatte Karstadt-Aufsichtsratschef Stephan Fanderl ohnehin schon weitere tiefe Einschnitte angedeutet.

(gw)