Berlin: Regierung plant erweiterten Bundeswehr-Einsatz in Mali

Berlin: Regierung plant erweiterten Bundeswehr-Einsatz in Mali

Deutsche Soldaten werden in Mali voraussichtlich auch im gefährlichen Norden des westafrikanischen Landes eingesetzt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) teilte gestern mit, dass die Regierung als Ergebnis eines Erkundungsteams noch in dieser Woche einen militärischen Vorschlag zur Beteiligung an der UN-Blauhelm-Mission Minusma vorlegen wird.

Steinmeier bestätigte damit indirekt einen entsprechenden Bericht unserer Redaktion vom August. Der gegenwärtige Ausbildungseinsatz würde sich durch diese Ausweitung zum Kampfeinsatz wandeln, obwohl der Außenminister lediglich von "Aufklärungskapazitäten" sprach, die geschaffen werden müssten. 200 deutsche Soldaten sind zurzeit als Trainer der malischen Armee im sicheren Süden des Landes stationiert.

Die Weltöffentlichkeit war 2012 auf das Land aufmerksam geworden, als die historische Oasen-Stadt Timbuktu am Rand der Sahara in die Hände islamistischer Terroristen gefallen war. Die Niederländer, die in Gao in Nord-Mali unter anderem Kampfhubschrauber einsetzen, hatten Deutschland im Sommer um Hilfe gebeten, weil die Lage offenbar erneut außer Kontrolle geraten ist.

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Wie viele Soldaten dafür zusätzlich nach Mali geschickt werden, sagte Steinmeier nicht. Nach Informationen unserer Redaktion könnte das Kontingent bis zu 350 Soldaten stark werden. Ein entsprechender Vorratsbeschluss des Bundestags erlaubt einen Einsatz mit höchstens 150 Mann.

(mic)
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