Bundespräsident beendet Türkei-Besuch: Rau stellt Bedingungen für EU-Mitgliedschaft

Bundespräsident beendet Türkei-Besuch : Rau stellt Bedingungen für EU-Mitgliedschaft

Istanbul (dpa). Bundespräsident Rau hat die Türkei aufgefordert, die ökonomischen und politischen Voraussetzungen für einen EU- Beitritt zu schaffen. Nach dem Kandidatenstatus komme nicht automatisch die Mitgliedschaft, sagte Rau zum Abschluss seines dreitägigen Staatsbesuches in der Türkei. Er war am Vormittag unter anderem mit dem Ökumenischen Partriarchen Bartholomäus zusammengetroffen. Mit Rau war zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder ein Bundespräsident in die Türkei gekommen.

Bei der gut einstündigen Begegnung ging es Angaben aus Delegationskreisen zufolge um den interreligösen Dialog, zwischen den christlichen Kirchen ebenso wie mit Islam und Judentum. Rau habe zugesagt, sich für eine Wiedereröffnung der Theologischen Hochschule Chalki in Istanbul einzusetzen, die bis zu ihrer Schließung 1977 orthodoxe Geistliche aus dem Ausland ausbildete.

Er habe die Auffassung vertreten, dass die Wiedereröffnung der Schule auch für die Türkei wichtig sei. Bereits am Vortag hatte Rau angekündigt, er wolle mit der Begegnung deutlich machen, dass Europa an der Gemeinsamkeit von Kulturen und Religionen nicht vorbeikomme. Dazu gehöre, dass auch die jeweilige Minderheit wahrgenommen und anerkannt werde. Die Orthodoxie habe in der Türkei eine große Tradition, aber keine erkennbare Präsenz.

Zuvor hatte der Bundespräsident mit Verlegern in Deutschland erscheinender türkischer Tageszeitungen gesprochen und den Ägyptischen Basar besucht. Weiter stand die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten wie der Süleymaniye-Moschee und der Haghia Sophia auf dem Programm. Am Nachmittag wollte Rau den Heimflug nach Berlin antreten.

(RPO Archiv)
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