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Persönlich: Rainer Brüderle . . . macht wieder in Steuern

Persönlich : Rainer Brüderle . . . macht wieder in Steuern

Es war zu erwarten, dass wir Parteigrößen, die 2013 die FDP schrumpften, in anderen Funktionen wiedersehen würden: Philipp Rösler ist 42 und nun Chef des Weltwirtschaftsforums, Daniel Bahr ist 38 und nun Krankenversicherungsmanager, Dirk Niebel ist 52 und nun Waffenlobbyist. Allein Ex-Fraktionschef, Ex-Wirtschaftsminister und Ex-Spitzenkandidat Rainer Brüderle ist 69 - und überrascht nun doch ebenfalls mit einem neuen Job: Der Steuerzahlerbund seines Heimatlandes Rheinland-Pfalz ernannte ihn zu seinem neuen Chef.

Vom "liberalen Sparbuch"zum Schwarzbuch der Steuergeldverschwendung ist es kein wirklich weiter Weg. Auch mit dem Slogan des Verbandes ("Wir kämpfen für ein einfaches und gerechtes Besteuerungssystem") dürfte Brüderle keinerlei Probleme haben - und wenn er das Wort "niedrig" auch noch hinzufügt, hat er lediglich den FDP-Slogan von 2009 wiederbelebt.

Und so sieht Brüderle selbst auch keinerlei Umstellungsprobleme: "Gerade die Vereinfachung des Steuerrechts, die Senkung der Steuerlast und das Ende der Schuldenpolitik waren mir immer sehr wichtige Anliegen, die ich nun im Dienste der Steuerzahler vertreten werde", gab er zu Protokoll. Somit dürfen sich die Bürger auf neuen Brüderle-Klartext einstellen.

Vorsicht ist nur an einer Stelle geboten: Wenn Brüderle demnächst in der Tradition des Steuerzahlerbundes die "verfassungsrechtlich bedenkliche Öffentlichkeitsarbeit der Fraktionen" (Originalton des Verbandes) anprangert, muss er die Beispiele sorgsam auswählen - zumal der Bundesrechnungshof das Gebaren der FDP-Bundestagsfraktion auch noch nach deren Liquidation kritisch weiterverfolgt. Denn bei dem seinerzeit umstrittenen Vorgang ging es um viele Tausend Euro teure Briefe, die auf Kosten der Steuerzahler im Vorfeld von Wahlkämpfen an Bürger verschickt worden waren. Der Absender damals: Rainer Brüderle.

(RP)