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Pristina: Radikale Serben sabotieren Kommunalwahl im Kosovo

Pristina : Radikale Serben sabotieren Kommunalwahl im Kosovo

Die Kommunalwahl im Kosovo hat nicht den erhofften Versöhnungseffekt gebracht – eine Handvoll serbischer Extremisten hat vorerst die Balkan-Politik der EU und das Bemühen Serbiens um eine friedliche Lösung des Kosovo-Konflikts durchkreuzt. Am Sonntag hatten vermummte, schwarzgekleidete Männer drei Wahllokale in der zwischen Kosovo-Albanern und Serben geteilten Stadt Mitrovica demoliert und Wähler verprügelt. Internationale Wahlbeobachter ergriffen die Flucht. Auch in der Gemeinde Zvecan überfielen Vermummte ein Wahllokal. Andernorts bedrohten die Schwarzhemden Wähler mit den Worten: "Du bist eine albanische Hure, wenn du wählen gehst." Die Drohungen haben sich offenbar deutlich auf die Wahlbeteiligung ausgewirkt: Im serbisch besiedelten Nordkosovo lag sie wohl unter 20 Prozent. Gemäßigte serbische Kandidaten warfen der EU-Mission Eulex und der Nato-geführten Sicherheitstruppe KFOR Versagen vor.

Die Kommunalwahl galt als Test für die Aussöhnungspolitik zwischen Albanern und Serben im Kosovo unter Vermittlung der EU. Dieser Test ist gründlich gescheitert, obwohl der Urnengang im Rest des Landes friedlich und weitgehend regulär verlaufen ist. Doch die Wahl hatte auch bewirken sollen, dass der abtrünnige Nordteil, der bislang von Serbien kontrolliert wird, Teil des 2008 ausgerufenen kosovarischen Staates wird. Der Regierung in Belgrad ist es allerdings nicht gelungen, die eigenen Extremisten im Kosovo in den Griff zu bekommen. Sie erhielten offensichtlich auch starke Unterstützung aus dem Mutterland Serbien.

(gru)