Düsseldorf: Proteste in Bahrain fordern zwei Todesopfer

Düsseldorf : Proteste in Bahrain fordern zwei Todesopfer

Der Flächenbrand in Nordafrika und der arabischen Welt setzt sich ungebremst fort und zwingt einige Regierungen zu Zugeständnissen: So erhöhte Marokko gestern die Subventionen für Grundnahrungsmittel. Die Regierung werde die Zuschüsse von derzeit umgerechnet 1,5 Milliarden Euro nahezu verdoppeln, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Map. Steigende Lebensmittelpreise waren einer der Gründe für die Proteste in Tunesien und Ägypten, unter deren Druck die Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali und Hosni Mubarak zurücktreten mussten.

Das ägyptische Militär drückt bei der Demokratisierung des Landes aufs Tempo. In einer gestern vorgelegten Erklärung drang die Armeeführung auf eine schnelle Verfassungsänderung und bekräftigte ihr Ziel, bis spätestens August die Macht an eine zivile Regierung und einen neu gewählten Präsidenten abzugeben. Während die ägyptischen Demonstranten ihrem Ziel nach mehr Demokratie damit näherkommen, wird in anderen Ländern weiter gekämpft: Im Jemen setzten 3000 Demonstranten den fünften Tag in Folge ihre Proteste in der Hauptstadt Sanaa gegen die Regierung von Präsident Ali Abdullah Saleh fort. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein.

In Bahrain kam bei Zusammenstößen während eines Trauerzugs gestern mindestens ein Mensch ums Leben, als Sicherheitskräfte mit scharfer Munition gegen eine Prozession für einen 21-Jährigen vorgingen, der am Tag zuvor bei Protesten getötet worden war. Die größte Oppositionsbewegung al Wefak verurteilte das brutale Vorgehen und erklärte zugleich, das Ziel der Proteste sei nicht die Absetzung des Regimes. Gefordert würden lediglich eine demokratische Öffnung sowie mehr Einfluss für das Parlament.

Im Iran war am Montag bei Zusammenstößen von Polizei und Tausenden Demonstranten mindestens ein Mensch getötet worden. Ein Verletzter schwebte gestern immer noch in Lebensgefahr, teilte die amtliche Nachrichtenagentur Irna mit. Als Reaktion auf die Demonstrationen gegen das Regime forderten mehrere aufgebrachte Abgeordnete die Hinrichtung der iranischen Oppositionsführer Mirhossein Mussawi und Medi Karrubi.

(RP)
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