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Düsseldorf: Polonium – ein strahlendes Gift

Düsseldorf : Polonium – ein strahlendes Gift

Polonium hat eine tückische Eigenschaft, die es als Gift besonders attraktiv macht: Anders als andere radioaktive Substanzen löst es sich schnell im Blut seines Opfers und verteilt sich im Körper. Die Giftwirkung tritt dann durch die radioaktive Strahlung (Typ: Alpha) ein. Bei einem Polonium-Opfer erwartet man deshalb ähnliche Symptome wie bei einer akuten Strahlenkrankheit: Durchfälle, zahlreiche leichte Blutungen überall im Körper und generelle Blutarmut. Da diese Diagnose aber meistens nicht in Erwägung gezogen wird, sind Ärzte ratlos ob des plötzlichen Verfalls des Patienten.

Es bleibt fraglich, ob die Substanz lange Zeit nach dem Tod noch nachgewiesen werden kann. Das Opfer scheidet binnen 50 Tagen die Hälfte der Giftdosis auf natürlichem Wege wieder aus. Die Restmenge halbiert sich gemäß der Halbwertzeit alle 138 Tage. Allerdings könnte man bei Arafat vermutlich erhöhte Konzentrationen des Schwermetalls Blei finden, einem Abbauprodukt des Poloniums.

(RP)