München: Polizei räumt Lager von Asylbewerbern

München: Polizei räumt Lager von Asylbewerbern

44 Hungerstreikende werden in Münchner Krankenhäuser gebracht. Es gibt mehrere Festnahmen.

Die Behörden in München haben den einwöchigen Hungerstreik von Asylbewerbern beendet und mit der Räumung von deren Camp eine drohende Katastrophe verhindert. Alle 44 Asylbewerber – darunter drei Kinder – wurden gestern am frühen Morgen in Krankenhäuser gebracht. Der Anführer der Aktion, der als politischer Flüchtling anerkannte Iraner Ashkan Khorasani, wurde festgenommen, weil er Ärzten die Behandlung der stark geschwächten Flüchtlinge verwehrt haben soll.

Die Asylbewerber aus mehreren afrikanischen und asiatischen Ländern waren seit einer Woche im Hungerstreik und weigerten sich seit Dienstag auch zu trinken. Die Entscheidung zur Räumung trafen Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wegen akuter Lebensgefahr für die Hungerstreikenden. Ein Mensch habe bereits wiederbelebt werden müssen, mehrere Personen hätten schon im Koma gelegen, berichtete Ude. Khorasani aber habe erklärt, "wenn es Tote gibt – womit auch er gerechnet hat –, dann ist eben die Politik in Deutschland daran schuld".

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Auch zwölf Unterstützer aus dem linksautonomen Spektrum, die Notarztwagen blockiert, Widerstand geleistet oder Polizisten beleidigt haben sollen, wurden vorläufig festgenommen. Vor der Räumung war ein Vermittlungsversuch des früheren SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel und des ehemaligen Landtagspräsidenten Alois Glück (CSU) gescheitert. Heftige Kritik an der Räumung äußerten die Grünen.

(dpa)
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