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Kommentar: Plastiktüten: Guter Plan der Europäischen Kommission

Kommentar : Plastiktüten: Guter Plan der Europäischen Kommission

Brüsseler Regelungswut hat den Verbrauchern schon viel Unsinn beschert wie Glühlampen-Verbote oder Unisex-Tarife bei Versicherungen. Doch der EU-Kampf gegen Plastikmüll verdient Applaus. Gedankenlos greifen viele zur Tüte, nutzen sie einmal und belasten über Jahrzehnte die Umwelt. Plastikmüll tötet Vögel wie Fische. Da Meere keine Eigentümer haben, macht keiner Eigentumsrechte geltend und geht dagegen vor. Ökonomen sprechen von externen Effekten des Konsums – und gegen die ist kein marktwirtschaftliches Kraut gewachsen. In den Fällen kann auch nach reiner Lehre nur der Staat mit grenzüberschreitenden Vorschriften helfen.

Brüsseler Regelungswut hat den Verbrauchern schon viel Unsinn beschert wie Glühlampen-Verbote oder Unisex-Tarife bei Versicherungen. Doch der EU-Kampf gegen Plastikmüll verdient Applaus. Gedankenlos greifen viele zur Tüte, nutzen sie einmal und belasten über Jahrzehnte die Umwelt. Plastikmüll tötet Vögel wie Fische. Da Meere keine Eigentümer haben, macht keiner Eigentumsrechte geltend und geht dagegen vor. Ökonomen sprechen von externen Effekten des Konsums — und gegen die ist kein marktwirtschaftliches Kraut gewachsen. In den Fällen kann auch nach reiner Lehre nur der Staat mit grenzüberschreitenden Vorschriften helfen.

Konsequent wäre es, wenn die EU die Tüten verbieten würde. Doch weil sie vor der Europa-Wahl im Mai keinen Verbraucher-Aufstand will (vor allem nicht im Tütchen-verliebten Südeuropa), lässt sie den Staaten nun die Wahl zwischen Verbot und Besteuerung. Auch gut. Die Erfahrung anderer Länder zeigt: Wenn Verbraucher die Kosten ihrer Umweltverschmutzung tragen müssen, schaffen sie es plötzlich, zum Beispiel an die Leinentasche zu denken.

(RP)