1. Politik

Persönlich: Petra Bosse-Huber ... verlässt die rheinische Kirche

Persönlich : Petra Bosse-Huber ... verlässt die rheinische Kirche

Mit dem Plan, erste Frau im Präsesamt der rheinischen Landeskirche zu werden, ist sie im Januar noch gescheitert. Jetzt wird Vizepräses Petra Bosse-Huber (53) erste Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover. Zum Januar 2014 folgt sie Martin Schindehütte (63), der in Ruhestand geht. Die Theologin und Germanistin wird damit eine Art Außenministerin des deutschen Protestantismus. Erfahrungen mit den "anderen" hat sie schon reichlich gesammelt: im weitgehend störungsfreien Dialog mit den Juden ebenso wie in den teils quälenden Gesprächen mit den Orthodoxen.

Dass Bosse-Huber das Rheinland verlassen würde, nachdem sie bei der Präseswahl gegen Manfred Rekowski unterlegen war, hatten viele erwartet – absehbare Aufstiegsperspektiven in der Landeskirche gab es nicht mehr. Es war bereits der zweite Anlauf der Abteilungsleiterin für Diakonie und Theologie auf das Spitzenamt gewesen; 2003 hatte sie hauchdünn das Nachsehen gegen Nikolaus Schneider gehabt.

Die EKD gewinnt mit Bosse-Huber eine Frau, die nach außen herzlich und gewinnend aufzutreten versteht, eher das verbindliche Wort sucht statt der Zuspitzung – manchmal auf Kosten deutlicherer Profilierung. Intern findet sie dagegen klare, auch harte Worte, wenn es sein muss. Die Aufarbeitung des millionenschweren Finanzskandals bei der landeskirchlichen Firma BBZ hat Bosse-Huber wesentlich vorangetrieben. Nachdem Schneider 2010 EKD-Ratschef geworden war, war sie häufig das Gesicht der rheinischen Kirche in den Medien. Dass sie bei der Präseswahl für Versäumnisse von Kirchenleitungs-Kollegen in Mithaftung genommen wurde, ist der bittere Beigeschmack dieses Abschieds. Dass ihre drei Töchter schon erwachsen sind, dürfte den Wechsel dagegen erleichtern. Pendeln muss die überzeugte Wuppertalerin übrigens nicht: Ihr Ehemann, der Physiker Wolfgang Huber, zieht mit um.

(RP)