Pastor provoziert

Pastor provoziert

Demokratien garantieren ihren Bürgern Meinungsfreiheit. Auch das macht sie zur besten Staatsform. Individuelle Freiheit braucht aber als Korrektiv persönliche Verantwortung. Niemand darf sich auf Kosten anderer ausleben. Genau das hat der Amerikaner Terry Jones getan. Er hat medienwirksam einen Koran verbrannt. Welch eine Schandtat. Der christlich fundamentalistische Pastor wusste, dass er damit die Muslime weltweit provoziert. Er verletzt sie in ihren religiösen Gefühlen, wenn er ihr Heiliges Buch auf die Anklagebank setzt, es selbstgerecht aburteilt und den Flammen anheimgibt.

Jones ist es gleichgültig, was aus seiner geschmacklosen und verantwortungslosen Inszenierung entsteht. Er wollte größtmögliche Aufmerksamkeit. Die hat er mit der Verbreitung seiner Koranverbrennung im Internet erreicht. Radikale Moslems werden den Vorfall aufgreifen und für ihre Zwecke instrumentalisieren. Dass es in Afghanistan bereits Tote gegeben hat, will sich Jones nicht ankreiden lassen. Doch hätte er den Koran nicht am 20. März verbrannt, wäre es jetzt auch nicht zu der Gewaltwelle in Afghanistan gekommen. Nun droht ein Flächenbrand mit Hassprediger Jones als Brandstifter und dem Internet als Brandbeschleuniger.

Bericht: Afghanistan . . ., titelSeite

(RP)
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