Persönlich: Papst Franziskus . . . suchte Rat bei Psychoanalytikerin

Persönlich: Papst Franziskus . . . suchte Rat bei Psychoanalytikerin

Papst Franziskus ist ein Mann des Volkes. Schon bei seinem ersten Auftritt war das deutlich geworden. Als er kurz nach seiner Wahl zum Kirchenoberhaupt am 13. März 2013 die Benediktionsloggia betrat und den Menschenmassen auf dem Petersplatz zuwinkte, tat er das in aller Bescheidenheit und vor allem: ohne den pelzbesetzten Prunkumhang. Jorge Mario Bergoglio ist der erste Argentinier in diesem Amt und der erste Jesuit. Bescheiden, demütig und volksnah.

Jetzt wurde bekannt, dass Franziskus vor rund 40 Jahren Rat bei einer Therapeutin gesucht hat - was ihn ihn nur noch menschlicher macht. Er habe spirituellen Rat bei einer Psychoanalytikerin gesucht und "einige Dinge klären wollen", heißt es in der Zeitung "La Stampa". Sechs Monate lang habe die ihm sehr geholfen. Damals war er noch Provinzial des Jesuitenordens.

Dass Papst Franziskus selbst für viele ein Ohr hat, ist in den vergangenen viereinhalb Jahren Amtszeit immer wieder deutlich geworden: Mal hat er Obdachlose im Vatikan empfangen, mal Häftlingen im Gefängnis die Füße gewaschen oder Flüchtlinge auf Lesbos besucht. Auch die Fußballprofis von Gladbach hat er schon bei sich begrüßt. Immer wieder setzt Franziskus sich ein im Kampf gegen Gewalt, Terror und den Klimawandel. Er nutzt als erster Papst ein Elektromobil im Vatikan. Der 1936 als Sohn italienischer Einwanderer geborene Bergolio wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater war Bahnangestellter. Er selbst ging er auf eine technische Schule, die er als Chemie-Techniker absolvierte. Mit 21 Jahren ging er ins Priester-Seminar. Er sehe sich "nicht als etwas Besonderes", sagte der Papst einmal; er habe auch persönliche Schwächen und "dunkle Momente". Ob er damit die therapeutischen Treffen meinte? Für die Frage, warum Menschen leiden müssen, hatte Papst Franziskus jedenfalls keine Erklärung. Nur so viel sagte er: "Da muss irgendetwas sein, das einen Sinn hat."

(RP)
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